MOPONews
News

INTERVIEW NADJA UHL

»Wenn man zusammen jammern und lästern kann, erträgt man alles leichter«

Nadja Uhl verkörperte eine DDR-Fabrikarbeiterin in Volker Schlöndorffs Kinofilm "Die Stille nach dem Schuss" und eine geheimnisvolle Femme fatale im Liebesthriller "Lautlos"; sie spielte Hauptrollen im preisgekrönten Dokudrama "Das Wunder von Lengede" und in der für den Oscar nominierten Bestsellerverfilmung "Die Zwillinge". Ab heute wird die 33-Jährige in "Sommer vorm Balkon", dem neuen Film von Andreas Dresen, die Herzen der Kinofans erobern - als Nike, eine Hinterhofschönheit mit Berliner Schnauze.



plan7: Was ist das Geheimnis von Andreas Dresen? Wie schafft er es, dass seine Filme so lebensnah wirken?



Uhl: Zunächst mal ist er selbst hundertprozentig authentisch. Er spielt keine Spielchen, sondern schafft Vertrauen am Set und sorgt für eine entspannte, humorvolle Atmosphäre. Er weiß, was er will; er führt seine Schauspieler, lässt ihnen jedoch auch viel Freiheit. Vor allem aber hat er eine wunderbare Beobachtungsgabe und eine unglaubliche Feinfühligkeit: Er arbeitet sehr präzise, sucht zusammen mit den Darstellern nach Glaubwürdigkeit und gibt sich nie mit etwas zufrieden, was sich für ihn falsch anhört oder anfühlt.



plan7: Wie würden Sie die Freundschaft zwischen Nike und Katrin im Film charakterisieren?



Uhl: Eine richtige Freundschaft wird es erst am Ende, nach dem gemeinsamen Durchstehen der Krise. Vorher ist es eher eine Zweckgemeinschaft: Beide wohnen im selben Haus, beide sind allein - und wenn man zusammen ein bisschen jammern und lästern kann, erträgt man alles viel leichter. Ich selbst hatte auch schon Phasen, in denen ich mit einer Freundin nächtelang mit Wein und Zigaretten auf dem Balkon saß.



plan7: Haben Sie sich wie Nike auch öfter in die falschen Männer verliebt?



Uhl: Ich bin zum Glück nie an solche idiotischen Flachzangen geraten wie Nike. Aber eines kenne ich auch sehr gut: diese Verzauberung, wenn man verliebt ist, und die Entzauberung, wenn der Hormonspiegel sinkt. Ich glaube, die Crux an der Sache ist, dass man seine eigenen Sehnsüchte in den anderen hineinprojiziert: Man verliebt sich nicht in einen Menschen, sondern in das Bild, das man von ihm hat. Und irgendwann kommt das grausame Erwachen - wie bei Nike, die feststellen muss, dass sie keinen Märchenprinzen in ihrem Bett hat, sondern nur einen aufgeblasenen Frosch. Das ist das Tröstliche an unserem Film: Er zeigt, dass es vielen anderen genauso geht.



plan7: Glauben Sie, dass "Sommer vorm Balkon" etwas für Leute mit Liebeskummer ist?



Uhl: Absolut - weil man hier nicht nur losheulen, sondern vor allem auch herzhaft lachen kann. Aber ich glaube, der Film ist als Geschenk für jeden gedacht: Wer sich für das Leben interessiert, der sollte in diesen Film gehen, sich ein Stück weit darin wieder finden, hinterher ein Gläschen Wein trinken - und vielleicht zu derselben Erkenntnis gelangen wie meine spanische Freundin, die mit ihrem herrlichen Akzent zu mir gesagt hat: "Nadja, das Leben is' sweinehart, aber superssön. Superssön!"

Weitere Meldungen News
Stefanie Hertel und Sergiy Plyuta sind im Halbfinale ausgeschieden.

Die 32-Jährige erhielt am Mittwochabend in der zehnten Show der Staffel von der Jury die wenigsten Punkte der verbliebenen drei Promi-Kandidatinnen.  mehr...

Da wusste er schon Bescheid: Norbert Röttgen am Mittwoch auf dem Weg zur Kabinettssitzung.

Nur drei Tage nach seiner katastrophalen Niederlage bei der Wahl in NRW feuerte Kanzlerin Angela Merkel auf einer überraschenden Pressekonferenz den Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Sein Nachfolger wird Peter Altmaier.  mehr...

Zu welcher Promi-Frau gehört wohl dieser wohlgerundete Po?

Am Mittwoch veröffentlichte das US-Magazin „Forbes“ seine alljährliche Liste der 100 „mächtigsten Berühmtheiten der Welt“. Und wer hat es da auf den begehrten Platz eins geschafft? Hier wird's verraten!   mehr...

Datum:  5.1.2006
Empfehlen: E-Mail
Kontakt: Redaktion
Artikel: Drucken
Thomas Hirschbiegel

Aufschriften auf Firmenwagen sind immer wieder ein ergötzliches Thema. Jetzt stand ich am Eimsbütteler Markt hinter einem Transporter, auf dem stand: „Vor Ihnen fahren die Maler mit Freude am Beruf.“