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INTERVIEW MIT Robert Heinemann (36)

Für welche Schulpolitik steht die CDU?

Heute um 19.30 Uhr diskutiert die Partei mit Bürgern im „Schlag“ (Rupertistraße 26), wie sie ihre Wähler zurückgewinnen kann. Die MOPO sprach mit Robert Heinemann.



Mopo: Herr Heinemann, Sie fordern einen Neuanfang in der Schulpolitik. Muss sich die GAL jetzt Sorgen machen?



Heinemann: Nein. Der Koalitionsvertrag gilt. Aber unabhängig davon muss die CDU gucken, wo sie steht und welche Ziele sie langfristig hat.



Mopo: Was bedeutet der verlorene Volksentscheid für die CDU?



Heinemann: Wir haben uns weit von den Wählern entfernt. Gerade die CDU-Wähler haben besonders gegen uns gestimmt. Wir haben die Quittung bekommen und viel an Vertrauen verloren..



Mopo: Für wie nachtragend halten Sie Ihre Wähler? Könnte Ihnen das in zwei Jahren noch schaden?



Heinemann: Der Wähler vergisst nicht so schnell. Wir müssen jetzt neue Positionen suchen, und die müssen glaubwürdig sein. Es muss wieder eine CDU-Position in der Schulpolitik erkennbar sein.



Mopo: Wofür soll die CDU in Zukunft stehen?



Heinemann: Für den Leistungsgedanken, für eine frühzeitige Förderung Benachteiligter und ganz wichtig – auch für Behutsamkeit, Kontinuität und Pragmatismus. Denn den Eltern war in den vergangenen Jahren vieles zu schnell und undurchdacht umgesetzt worden. Ich denke da etwa an die Verkürzung der Gymnasialzeit. Da haben gerade auch bürgerliche Eltern das Gefühl gehabt, wir gehen nicht behutsam genug mit ihren Kindern um.



Mopo: Ist längeres gemeinsames Lernen abgeschrieben?



Heinemann: Es gibt ein klares Votum der Wähler, wie die Schulstruktur aussehen soll. Wir sollten jetzt für mehr Chancengleichheit und -gerechtigkeit lieber auf die frühe Förderung der Kinder setzen. Damit sie möglichst schon ab der ersten Klasse gleiche Voraussetzungen haben.



Mopo: Denken Sie da in Richtung frühere Einschulung?



Heinemann: Nein. Dann müssten sie ja wieder die Struktur verändern. Bei den Grundschulen anbauen und den Kitas einen Kinderjahrgang wegnehmen. Ich denke da eher an Bildungshäuser, in denen Kitas und Schulen auf freiwilliger Basis zusammenarbeiten. Dazu gibt es in Hamburg auch bereits Pilotprojekte. Außerdem ist ja schon viel passiert. So gibt es die Sprachtests für die Viereinhalbjährigen, die Elternschulen und die Kitas begreifen sich immer mehr als Bildungsorte.



Mopo: Worauf sollte sich die Schulpolitik konzentrieren?



Heinemann: Auf die erfolgreiche Umsetzung des Zwei-Säulen-Modells aus Gymnasien und Stadtteilschulen. Mit diesen zwei Wegen zum Abitur haben wir bundesweit eine Vorreiterrolle.



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Datum:  16.8.2010
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