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INTERVIEW MIT REVOLVERHELD

Revolverheld: "Steht auf, wenn ihr fallt!"

Wieso das mitunter elektronisch klingt und warum sie darauf Spinnern huldigen, erklären Sänger Johannes Strate und Schlagzeuger Jakob Sinn im MOPOP-Interview.



MOPO: Ist "In Farbe" ein Album gegen die Krise? Es sprüht ja geradezu vor Optimismus ...



Johannes Strate: Kann man so sagen. Wir wollen Farbe in den grauen Alltag bringen. Und es ist eine Platte gegen das Trägesein! Es bringt nichts, sich über Dinge zu beklagen, die du nicht ändern kannst. Wenn du deinen Job verlierst, hilft es nicht weiter, in Selbstmitleid zu zerfließen. Auf die Schnauze fallen und wieder aufstehen - das haben viele von uns verlernt.



Jakob Sinn: Wir hatten alle schon zig Bands, die nicht funktionierten - und haben trotzdem weitergemacht. Wir haben aber auch eine Menge investiert.



Strate: Jakob hat mal 200 Mails an Festivalveranstalter geschrieben. Am Ende haben wir dann bei zweien gespielt - morgens um 10.



MOPO: Sie haben einen Song über "Spinner" geschrieben. Gibt es eine Generation Spinner?



Strate: Absolut! Das ist unsere Generation. Unsere Eltern haben studiert und danach 50 Jahre in ihrem Job gearbeitet. Die mussten nie wieder darüber nachdenken. Unsere Generation kann man auch als Generation flexibel bezeichnen. Alle zwei, drei Jahre wechselst du deinen Job, du musst dich vielleicht umstellen, bist mal arbeitslos. Das ist dann die Zeit, an Träume zu glauben und verrückte Ideen durchzuziehen.



MOPO: Ihre Songtitel sind so plakativ, das ist fast schon Sloganpop!



Strate: Das ist die Art, wie wir Texte schreiben. Als Erstes steht ein Kernsatz, und darum entsteht dann der Song. Anders könnten wir es gar nicht.



Sinn: Das unterscheidet uns von anderen Bands. In unserer ersten Biografie stand: "Revolverheld zeigen Tocotronic und Co. konsequent den Mittelfinger."



MOPO: Teilweise ist das Album stark von elektronischer Musik inspiriert.



Strate: Wir haben Bands wie Justice gehört. Elektronik, die versucht, wie Rock zu sein. Sich völlig frei zu machen von dem, was man selbst hört, kann man wohl nur, wenn man total professionell ist. Und das sind wir nicht.

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Datum:  12.3.2010
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