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Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 9.6.2009

INTERVIEW MIT RENE KOCH: "Er ist HSVer und hat Kredit"

Erst am 27.7. (Euro-League-Quali) steht für Bruno Labbadia das erste Pflichtspiel an. Die Anhänger sind - noch - skeptisch. Die MOPO fragte nach beim Fan-Beauftragten René Koch.



MOPO: In Fan-Foren und Umfragen wird dem Neuen Skepsis entgegengebracht. Wird es Bruno Labbadia schwer haben in Hamburg?



Koch: Das glaube ich nicht. Die Äußerungen richten sich meiner Meinung nach nicht gegen die Person Labbadia, sondern gegen die Umstände, unter denen Trainer derzeit wechseln und verpflichtet werden. Außerdem äußern sich in Fan-Foren nur Teile der Anhänger. Es gibt sehr viele positive Rückmeldungen.



MOPO: Wie ausgeprägt ist der Wunsch nach Kontinuität auf dem Trainerposten?



Koch: Der Wunsch ist da - ganz klar. Und es besteht auch die große Hoffnung, dass der Ex-HSV-Stürmer Labbadia als Verbindungsperson fungiert und ein hohes Maß an Identifikation ausstrahlt. Die Fans hoffen, dass er Zeit bekommt - auch von Ihnen, von Seiten der Medien.



MOPO: Bekommt er die entsprechende Zeit auch von den Fans?



Koch: Viele haben das Schaaf-Modell vor Augen. Aber dafür muss man auch Niederlagen oder schlechte Phasen aushalten. Ich denke, die Fans hoffen, dass sich in Hamburg Ähnliches entwickeln kann. Bruno Labbadia hat Kredit - wie jeder Trainer, der beim HSV angefangen hat. Er war und ist wieder HSVer, er erhält die volle Unterstützung der Fans.



MOPO: Haben die Fans sich nicht eine "größere" Lösung gewünscht?



Koch: Aufgrund der Fülle der Namen, die in den Zeitungen aufkamen, stieg die Erwartungshaltung bei dem einen oder anderen Anhänger womöglich. Wenn man was von Frank Rijkaard oder Bernd Schuster liest, ist man beim Namen Labbadia vielleicht erst mal verdutzt. Aber wer weiß - vielleicht redet in einem Jahr kein Mensch mehr von Schuster oder Rijkaard.



MOPO: Was erhoffen sich die Fans?



Koch: Unser Ex-Keeper Sascha Kirschstein, der den Trainer aus Fürth kennt, hat ja schon gesagt: Labbadia ist ein akribischer Arbeiter, ein ehrlicher Fußball-Verrückter. Wir hoffen, dass er junge Talente fördert. Aber klar ist auch: Die Fans haben Blut geleckt, wollen international und im DFB-Pokal wieder weit kommen - das hat schon Spaß gemacht.



MOPO: Labbadia steht für attraktiven Fußball.



Koch: Den sieht jeder Fan gerne, stimmt. Aber es muss Zählbares herauskommen. Verliert man ständig, findet das keiner gut.



MOPO: Ist es unter dem Strich ein Rückschritt von Jol zu Labbadia?



Koch: Finde ich nicht. Wer kannte denn Martin Jol so gut, dass er sich ein Urteil erlauben konnte? Der Vorstand hat uns in den letzten Jahren immer wieder überrascht - vor allem mit Spielern, die nicht so bekannt waren, beim HSV aber richtig groß geworden sind. Das kann doch bei einem Trainer genauso passieren.

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