Die Erleichterung war Martin Jol anzusehen. Europa League erreicht. Happy End nach einem Schock-Finale. Der 53-jährige blickt zurück.
MOPO: Mit welchen Gefühlen denken Sie an das Spiel in Frankfurt zurück?
Jol: Der Draht zwischen Erfolg und Misserfolg war sehr dünn. Es war unser Ziel, wieder international zu spielen. Wir sind unter den Top fünf.
MOPO: Das Siegtor fiel in der letzten Minute.
Jol: Der schönste Moment der Saison. Wie ein Märchen.
MOPO: Hätten Sie, als Sie das Team übernahmen, mit so einer Saison gerechnet?
Jol: Die letzten zehn Monate waren fast Fußballromantik. Wir haben Himmel und Hölle erlebt. Ich dachte, wenn wir ohne van der Vaart wieder 54 Punkte erreichen, wäre das einmalig - jetzt haben wir sieben Punkte mehr.
MOPO: Das Maximum?
Jol: Wenn man das Szenario aus dem letzten Juli sieht, ist es mehr als maximal.
MOPO: Es hieß zuletzt, die Winterzugänge seien nicht gut gewesen.
Jol: Da muss man analysieren. Wir haben de Jong abgegeben. Nie mehr wird ein Mittelfeldspieler für so viel verkauft. Da kann man nicht erwarten, dass wir Touré von Barca verpflichten. Dann bekommt man halt die Spieler, die ihre Probleme hatten. Trotzdem hatten sie ihren Anteil am Erfolg.
MOPO: Wollen Sie schnell mit dem Vorstand über eine Vertragsverlängerung reden?
Jol: Ich habe schon mehrfach betont, dass ich gerne drei, vier Jahre länger bleiben würde. Aber ich war der Einzige. Ich habe noch nichts gehört.
MOPO: Am Vorstand würde es sicher nicht scheitern.
Jol: Natürlich ist man hungriger, wenn man den UEFA-Cup gewinnt und nicht im Halbfinale ausscheidet.
MOPO: Was war der ärgerlichste Moment der Saison?
Jol: Das war letzte Woche gegen Köln. Wir mussten eigentlich gewinnen. Ich wusste aber um die körperliche Verfassung meiner Spieler. Die Leute im Stadion wussten das nicht. Die größte Enttäuschung ist dann, dass die Leute sagen, dass die Mentalität nicht stimmt. Das hat mich sehr geärgert. Sportlich am frustrierendsten war das Aus im UEFA-Cup gegen Bremen.