Unter den vielen Superstars ging sein Name anfangs ein wenig unter: Ivica Olic (30). Er kam vor der Saison ablösefrei aus Hamburg. Nach dem Gomez-Transfer trauten ihm nur wenige einen Platz in der Stammelf zu. Doch Olic hat alle überzeugt. Morgen kehrt er zurück nach Hamburg. Die MOPO sprach mit dem Kroaten.
MOPO: Sie sind jetzt seit drei Monaten in München. Wie gefällt es Ihnen?
Olic: Ganz ehrlich: Ich war erst ein einziges Mal in der Stadt, kann deswegen nicht viel darüber sagen. Aber ich fühle mich, als wäre ich schon ganz lange hier.
MOPO: Ist München schon ein bisschen Ihre Heimat?
Olic: Wir haben ein sehr schönes Haus gefunden, haben ein wunderbares Leben. Ich vermisse Hamburg nicht so sehr.
MOPO: Und Ihre beiden Jungs, Luka und Antonio, sind schon Bayern-Fans ...
Olic: Stimmt. Ich habe meinen Großen eben mit dem Auto zum Fußballtraining bei den Bayern gebracht. Da sagte er sofort zu mir, dass er die Bayern-CD hören wolle, die ich geschenkt bekommen habe: "Stern des Südens". Die hatte er sich so lange gewünscht, und jetzt wollte er sie die ganze Fahrt über hören, bestimmt zehn Mal. Ich habe gesagt: Toni, ich möchte etwas anderes hören, aber er wollte nur "Stern des Südens" hören.
MOPO: Ist es etwas Besonderes, gegen den HSV zu spielen?
Olic: Natürlich. Ich habe noch viele Freunde und Bekannte in Hamburg, aber wenn ich spiele, will ich gewinnen.
MOPO: Als Sie verpflichtet wurden, waren Robben und Gomez noch nicht da. Wenn Sie das vorher gewusst hätten, hätten Sie sich das noch mal überlegt?
Olic: Ich habe ja schon im Dezember 2008 gewusst, dass ich komme, da war von beiden noch keine Rede.
MOPO: Anfangs hat van Gaal vor der Mannschaft zu Ihnen gesagt, dass er sie nicht verpflichtet habe, Sie also nicht sein Wunschspieler seien. Und später, nachdem Sie ihn überzeugt hatten, hat er sich - ebenfalls vor dem ganzen Team - dafür bei Ihnen entschuldigt. Zeigt das seine Größe?
Olic: Ja, auf jeden Fall. Am Anfang war es schwierig für mich, vor allem, weil er mich ja nie im Spiel gesehen hatte. Aber mittlerweile habe ich ihn überzeugt. Der Trainer ist sehr ehrlich, anfangs hatte er mich nicht auf seinem Plan. Aber es zeigt seine Größe, wenn er sich überzeugen lässt. Aber das heißt auch: Ich kann schon morgen auf der Bank sitzen.
MOPO: Haben Sie jemals so einen Konkurrenzkampf erlebt?
Olic: Nein. In Moskau damals war es schon hart. Ich kämpfte mit Wagner Love und Jo um die Plätze. Aber es gab zwei Plätze für drei Leute. Jetzt sind es fünf Topleute, die um einen einzigen Platz kämpfen. Das ist schon brutal.
MOPO: Was wollen Sie in Ihrer Karriere noch erreichen?
Olic: Ich bin in Deutschland noch ohne Titel. Das will ich unbedingt ändern. Und zwar diese Saison.