Frank Rost (36) hockt entspannt auf der Ersatzbank der Arena. Der Fuß des Leitwolfs schmerzt nicht mehr, einem Einsatz in Freiburg steht nichts mehr im Weg. Die Laune des Keepers ist bestens. Im MOPO-Interview spricht er über seine Fitness, die Zugänge und seine Zukunft.
MOPO am Sonntag: In Freiburg beginnt bereits Ihre 18. Profisaison. Ist da noch immer diese Vorfreude wie früher?
Rost: Natürlich. Man wünscht sich jedes Jahr, eine gute Saison zu spielen, versucht, gleich in einen Lauf reinzukommen.
MOPO am Sonntag: Nach einer starken Vorbereitung lief es zuletzt holprig. Ist das Team doch noch nicht so weit?
Rost: Man hat gesehen, dass in Pflichtspielen ein anderer Druck herrscht. Aber da mache ich mir keinen Kopf. Ich habe mit einem Klub mal in der Vorbereitung kein Spiel gewonnen, und wir haben trotzdem eine super Saison gespielt. Wichtig ist doch, dass wir in Düsseldorf und in der Europa League weitergekommen sind.
MOPO am Sonntag: Nach Ihren gehaltenen Elfern in Düsseldorf haben Sie sich gar nicht richtig gefreut. Sollte das ein Signal an die Mannschaft sein?
Rost: Nein. Im Nachhinein habe ich mir auch gesagt, dass ich meine Freude mehr hätte zeigen sollen. Ich war natürlich vorher angespannt. Und ehrlich gesagt hat auch meine Lippe zu sehr geschmerzt.
MOPO am Sonntag: Wie ist Ihr Fitnessstand im Vergleich zu dem vor zehn Jahren?
Rost: Ich glaube nicht, dass er schlechter ist. Man lässt sich inzwischen mehr Zeit für alles. Der Beruf geht einfach vor. Vor allem, solange man noch die Möglichkeit hat, auf so einem Niveau zu spielen. Da muss die Familie mitmachen - das ist bei mir so.
MOPO am Sonntag: Sind Sie wirklich noch so fit wie früher?
Rost: Ja. Ich habe ja beim HSV am Donnerstag auch erst mein erstes Pflichtspiel verpasst. Wenn man immer im Rhythmus ist, verliert man nicht so viel.
MOPO am Sonntag: In der vergangenen Saison haben Sie mehr Qualität gefordert. Hat der Verein dazugelernt?
Rost: Die Leute wurden ja schon länger gehandelt. Das hat ja Dietmar Beiersdorfer noch mit eingefädelt. Neu ist sicher, dass alles schnell über die Bühne ging. Aber das war auch der Wunsch des Trainers.
MOPO am Sonntag: Wie sehen Sie die Entwicklung auf dem Transfermarkt?
Rost: Labbadia hat vor einigen Wochen gesagt, dass der Markt überhitzt ist. Da wird viel Geld für Spieler ausgegeben, die sonst ein Drittel davon gekostet haben. Aber deshalb ist es auch wichtig, dass diejenigen, die in Spielen wie am Donnerstag gegen Randers zum Zuge kommen, zeigen, dass sie mithalten oder am besten das Niveau noch toppen können.
MOPO am Sonntag: Unter den Einkäufen sind klangvolle Namen.
Rost: Ja. Wir haben eine gute Mannschaft. Jetzt geht es darum, das in Effektivität umzusetzen. In den letzten ein bis zwei Jahren haben wir uns erarbeitet, dass die Leute mit Platz fünf oder sechs nicht mehr zufrieden sind.
MOPO am Sonntag: Wie lautet Ihr persönliches Ziel?
Rost: So wenig Tore wie möglich zu bekommen. Das würde dazu beitragen, dass wir oben mitspielen. Wir müssen versuchen, unsere Tordifferenz zu erhöhen, mal mit plus 15 oder plus 20 rausgehen.
MOPO am Sonntag: Da helfen hohe Siege.
Rost: Genau. So wie in Randers. Das zeigt eine gewisse Stärke, wenn man den Gegner mit 3:0 oder 4:0 schlägt. So etwas spricht sich auch rum.
MOPO am Sonntag: Sie sind 36, Ihr Vertrag läuft aus. Wann machen Sie sich Gedanken, ob Sie noch ein Jahr dranhängen?
Rost: Das liegt ja nicht nur an mir, sondern hängt auch davon ab, was drumherum gewünscht ist - etwa von einem neuen Sportchef. Entsprechend warte ich mit meinen Planungen bis zum Ende der Saison. Es hat sich ja durchgesetzt, Spielern über 30 nur noch Jahresverträge zu geben. Damit habe ich kein Problem.
MOPO am Sonntag: Und wenn es nur nach Ihnen ginge?
Rost: Wenn der HSV sagt, wir wollen mit dir weiterarbeiten, steht dem nichts im Weg. So bin ich mit dem Verein verblieben. Warum nicht noch ein Jahr? Ich würde gerne noch mal in der Champions League spielen. Vielleicht schaffen wir es ja unter die ersten drei.