Hübsch wie Brad Pitt, lässig wie David Beckham - stellt die Gesellschaft zu hohe Erwartungen an die Spezies Mann? Die MOPO hat beim Hamburger Psychologen Dr. Elmar Basse nachgefragt.
MOPO: Überfordern wir die Männer etwa mit überzogenen Ansprüchen?
Dr. Basse: Ein Problem ist, dass die Gesellschaft männliche Eigenschaften wie Durchsetzungskraft, Selbstsicherheit, Mut und Tapferkeit nicht mehr wertschätzt. Männliches Verhalten wird oft als aggressiv abgewertet und soll am besten schon im Kindesalter "aberzogen" werden.
MOPO: Welche Eigenschaften werden denn stattdessen erwartet?
Dr. Basse: Die Gesellschaft polt die Männer um auf Harmonie und Kuscheln. Sie sollen zwar selbstsicher, aber trotzdem einfühlsam und sensibel sein und zudem über ihre Gefühle sprechen können.
MOPO: Das stürzt die Männer in ein Dilemma?
Dr. Basse: Das Testosteron im Mann kann man nicht einfach wegdefinieren. Das Schwierige an der Sache ist auch, dass Frauen zwar starke Männer wollen, aber es ihnen gleichzeitig schwerfällt, sie stark sein zu lassen. Viele Frauen haben gelernt, dass Selbstdurchsetzung wichtig ist.
MOPO: Gibt es dafür ein Beispiel?
Dr. Basse: Frauen neigen zum Beispiel dazu, sich im Restaurant vom Mann zum Tisch führen zu lassen - beschweren sich dann aber über die Auswahl. Das verunsichert.
MOPO: Was kann frau zum Weltmännertag ändern?
Dr. Basse: Lassen Sie ihn einfach mal wieder Mann sein - zumindest für einen Tag. Erlauben Sie ihm, so zu sein, wie er ist, ohne sich verändern zu müssen.