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INTERVIEW MIT ALEXANDER BARTA

"Ich werde pumpen wie ein Maikäfer"

Morgen ist es vorbei. Die 291-tägige Leidenszeit von Alexander Barta (25) nach seinem Oberschenkelbruch am 24. März geht zu Ende. Gegen die Kölner Haie gibt er sein Comeback auf dem Planet Ice. Der MOPO gab er vorab ein Interview.



MOPO: Montag hat es das endgültige Okay vom Arzt gegeben. Was ging da in Ihnen vor?



Alexander Barta: Riesige Erleichterung. Für mich wäre eine Welt zusammengebrochen, wenn die Röntgenbilder ein anderes Resultat gebracht hätten. Das wäre das Saisonende gewesen, denn dann hätte ich erneut operiert werden müssen.



MOPO: Hatten Sie Angst vor dem Termin?



Barta: Ein bisschen Bammel schon.



MOPO: Am 11. November hatten Sie ihr Comeback verschieben müssen. War der Tag für Ihre Psyche noch schlimmer als der 24. März?



Barta: Beide Tage kann man nur schwer miteinander vergleichen. Aber für die Psyche war der 11. November einfach nur schrecklich, weil mir vorher immer gesagt worden war, dass alles in Ordnung sei.



MOPO: Wie haben Sie sich aus dem Tief befreit?



Barta: Am Anfang habe ich mich schon gefragt, wozu mache ich den ganzen Scheiß überhaupt, wozu rackere ich mich jeden Tag ab. Nach ein paar Tagen hat mich dann aber mein Ehrgeiz wieder gepackt. Meine Freunde und meine Familie haben mir dabei sehr geholfen.



MOPO: Ihre Rückkehr fällt in eine extrem schwere Phase. Sonntag wurde das Team von den eigenen Fans ausgepfiffen, Dienstag gab's in Augsburg die nächste Pleite. Fürchten Sie eine ähnliche Reaktion bei Ihrem Comeback?



Barta: Sicherlich. Und man muss auch Verständnis dafür haben, dass sich die Fans jetzt wohl kaum um 180 Grad drehen werden.



MOPO: Warum steckt die Mannschaft in so einer tiefen Krise?



Barta: Wenn von 22 Spielern nur zehn oder zwölf konstant ihre Leistung bringen, dann kommt das dabei raus.



MOPO: Also eine Charakterfrage.



Barta: Ich bin jemand, der immer 100 Prozent gibt, egal, ob ich die Person neben mir mag oder nicht. Anscheinend ist das nicht bei allen so.



MOPO: Ist es für Sie nicht ungeheuer schwer, in ein so zerrüttetes Team zu kommen?



Barta: Überhaupt nicht. Ich bin sehr aufgeregt und werde mein Bestes geben. Am Einsatz wird es bestimmt nicht mangeln.



MOPO: Aber auf Ihren Schultern lastet enormer Druck. Viele sehen in Ihnen jetzt den letzten möglichen Heilsbringer.



Barta: Und diesen Druck mag ich. Es wäre doch viel schlimmer, wenn kaum einer Notiz von meiner Rückkehr nehmen würde. Dann würde ich mir die Frage stellen, ob ich überhaupt vermisst worden bin.



MOPO: Sind Sie denn schon bei 100 Prozent?



Barta: Körperlich bin ich fitter denn je. Aber ich weiß, dass die Belastung in einem Spiel eine ganz andere ist. Von daher werde ich sicher nach dem ersten Drittel pumpen wie ein Maikäfer.



MOPO: Werden Sie denn sofort Ihre alte Rolle wieder einnehmen oder werden Sie langsam herangeführt?



Barta: Ehrlich gesagt weiß ich das noch gar nicht. Ich denke, dass das auch in erster Linie an mir liegt. Wenn ich meine Leistung bringe, wird der Trainer sicher auf mich bauen.

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Datum:  8.1.2009
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