Er war mittendrin und irgendwie doch nicht dabei. Freezers-Star Alexander Barta (26) hatte das Trainingslager in Füssen im Vorjahr als Zuschauer verfolgen müssen. Ein Oberschenkelbruch setzte ihn außer Gefecht. Nun ist Barta wieder fit. Mit der MOPO sprach der Kapitän über seine Erwartungen an die kommende Saison.
MOPO: Konnten Sie diese Vorbereitung nach der schweren Verletzung im Vorjahr sogar genießen?
Alexander Barta: Na ja, grundsätzlich ist es ja so, dass kein Spieler eine Vorbereitung als Genuss bezeichnen würde. Aber es stimmt schon, dass ich dieses Mal mit einem guten Gefühl das ganze Programm absolviert habe. Man merkt eben erst, wenn so etwas wie im letzten Jahr passiert, wie wichtig diese Zeit ist.
MOPO: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem derzeitigen Leistungsstand?
Barta: Es geht immer besser. Ich habe über die Jahre auch gelernt, meine Kräfte einzuteilen, und ich weiß, dass ich an meine Leistungen aus der Vergangenheit anknüpfen kann und sie auch noch verbessern werde.
MOPO: Neun neue Spieler sind bisher da. Wie schwer fällt die Integration?
Barta: Das lief relativ einfach. Da ist dieses Jahr keiner dabei, der sein eigenes Ding macht. Die Stimmung ist positiv.
MOPO: Das Turnier in Yverdon haben Sie auf Platz vier abgeschlossen. Wie fällt Ihr Fazit aus?
Barta: Wir sind gut gestartet, haben dann aber gegen Vítkovice eine indiskutable Leistung abgeliefert. Das war nicht okay, aber es könnte auch der Dämpfer zum richtigen Zeitpunkt gewesen sein. Gegen MODO haben wir uns ja auch wieder gesteigert. Trotzdem darf so etwas wie das 2:8 nicht passieren.
MOPO: Während Sie und andere deutsche Spieler bei den Freezers in den vergangenen Jahren immer wieder hundertprozentigen Einsatz gezeigt haben, sah die Situation bei den Nordamerikanern oft anders aus. Wie sehr nervt das?
Barta: Sehr. Dass alle an einem Strang ziehen, ist wichtiger als Talent oder der Trainer. Wenn nicht jeder versucht, das Maximum zu erreichen, kann es auch nicht klappen.
MOPO: Sie gehen erstmals mit einem auslaufenden Vertrag in eine Saison bei den Freezers. Eine besondere Situation?
Barta: Natürlich. Ich werde versuchen, mich über meine Leistung weiter anzubieten. Insgesamt aber gehe ich die Situation gelassen an. Ich werde mich nicht unter Druck setzen lassen.
MOPO: Welche Forderungen müssen erfüllt werden, damit Sie in Hamburg verlängern?
Barta: Natürlich wäre es schön, wenn wir eine konstante und erfolgreiche Saison spielen. Wenn ich sehe, dass es bergauf geht, fällt mir die Unterschrift natürlich leichter.
MOPO: Das heißt, Ihre Entscheidung wird erst spät in der Saison fallen?
Barta: Das kann man so nicht sagen. Es ist ja möglich, dass sich schon relativ früh eine Entwicklung abzeichnet.
MOPO: Liegt die Chance, dass Sie bleiben zurzeit bei mehr als 50 Prozent?
Barta: Das kann ich noch nicht beantworten. Fakt ist, dass ich mich sehr, sehr wohlfühle in Hamburg. Ich habe hier aus persönlicher Sicht alles, was ich brauche. Aber ich möchte natürlich auch den sportlichen Erfolg.