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INTERVIEW MICHAEL GLAWOGGER UND MICHAEL OSTROWSKI

»Wir verstehen uns und drehen einen dritten Teil«

Der Grazer Michael Glawogger erlangte als Regisseur vielbeachteter Dokumentationen wie "Megacities" oder "Workingman's Death" Bekanntheit. 2004 drehte er gemeinsam mit seinem Drehbuchautor und Hauptdarsteller Michael Ostrowski die Pornokomödie "Nacktschnecken". Die Drogenfarce "Contact High" ist nach "Slumming" nun die dritte Zusammenarbeit des kreativen Ösi-Duos. Plan7 traf die beiden zum Gespräch im Büro von Produzent und Co-Star Detlev Buck in Berlin.



plan7: Herr Glawogger, Sie haben sich mit ambitionierten Dokumentationen einen Namen gemacht. Ist die Zusammenarbeit mit Michael Ostrowski für Sie nun eine Art "Urlaub vom Ernst des Lebens"?



Michael Glawogger: Ich lade gerne andere Leute in die Sandkiste ein, um mit ihnen zu spielen. Mit Michael funktioniert das seit Jahren gut. Wir verstehen uns blind. Wir teilen den selben Humor und die Selbstironie, zu der er fähig ist, liegt mir nahe.



plan7: "Contact High" ist ein einziger langer Trip. Herr Ostrowski, was sind denn Ihre Lieblingsdrogenfilme?



Michael Ostrowski: Für mich waren eine Zeit lang Jim-Carrey-Komödien wie ein Rausch - und ich habe sie auch gerne berauscht genossen. Dann habe ich mir mit ein paar Freunden mal "Ace Ventura" nüchtern reingezogen und das war ein ziemlicher Downer: Aha, so ein Schmarrn ist das also, wenn man sich den Film nicht high anschaut.



plan7: Es gibt in "Contact High" eine Szene, in der Max und Johann nach einer rauschhaften Nacht plötzlich in einem Miniaturhotelzimmer erwachen. Ist die Szene autobiografisch?



Ostrowski: Ich habe mal in einer Pension namens "Blaue Krone" geschlafen. Da gab es nur Kindermöbel, die die Besitzer scheinbar irgendwo billig abgestaubt haben, bei einer Volksschule oder so. Michael gefiel das Motiv so gut, dass der Gedanke immer weiter wuchs und das Zimmer immer weiter schrumpfte.



plan7: In "Nacktschnecken" drehte sich alles um Sex, in "Contact High" um Drogen, da drängt sich doch ein Film zum Thema "Rock'n'Roll" geradezu auf, oder?



Ostrowski: Ja, einen dritten Teil wird es definitiv geben. Wir entwickeln gerade die Story, und ich werde dann versuchen, die Einfälle zu Papier zu bringen.



Glawogger: (zeigt auf ein Foto, auf dem fliegende Hunde zu sehen sind) Das ist eigentlich eine gute Idee...



Ostrowski: Hunde? Ich würde lieber Katzen werfen.



Glawogger: Das fände ich gut. Eine Szene, in der zwei Typen im Garten stehen und Hundeweitwurf üben. Das merke ich mir. Also schreibt es ins Interview: Im dritten Film kommt Hundewerfen vor - mit einem großen roten trojanischen Königspudel.

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Datum:  18.6.2009
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