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INTERVIEW MICHAEL FREYTAG

"Wir sind doch nicht blöd ..."

Das Gebäude der Baubehörde soll weit unter Wert verkauft werden. Jetzt äußert sich Finanzsenator Michael Freytag erstmals dazu.



MOPO: Ist hier Korruption im Spiel, Herr Senator?



Freytag: Nein. Und einen Skandal gibt es auch nicht. Wir sind doch nicht blöd. Wir würden doch nicht irgendetwas mauscheln, und das auch noch zehn Tage vor der Wahl. Wenn die Opposition glaubt, wir wären Teil der Cosa Nostra, dann ist sie selbst Teil der Cosa Nostra. Denn solche Geschäfte, so genannte Anhandgaben, hat es unter der roten Regierung unzählige Mal gegeben.



MOPO: Warum verkaufen Sie ein Gebäude, für das andere mehr als 60 Millionen zahlen wollen, einem Herrn Garbe für knapp 47 Millionen Euro?



Freytag: Hier ist alles ganz korrekt gelaufen. Mehrere Behörden, also der Oberbaudirektor, die Kultur- und die Wirtschaftsbehörde, waren an der Entscheidung beteiligt. Wissen Sie, es geht doch nicht immer nur um Gewinnmaximierung. Hier geht es um Stadtentwicklung an einem wichtigen Standort. Wir wollen da drei Dinge realisiert wissen: Wohnen in der Stadt, hochqualifizierten Handel, und schließlich soll auch noch eine Gedenkstätte geschaffen werden für die Opfer des Nazi-Terrors. All das muss ein Investor dort leisten.



MOPO: Und das hätten anderen nicht geleistet?



Freytag: Es waren ja gar nicht wir, die gesagt haben, das Gebäude geht an Garbe. Es gibt ein Gutachten der Hamburger Wirtschaftsförderungsgesellschaft. In dem steht, dass das Konzept dieses Investors hervorragend ist. Der Investor muss dort viel Geld reinstecken, um unsere Auflagen zu erfüllen. Das muss sich dann natürlich auch beim Preis niederschlagen.



MOPO: Das heißt: Weil er so viel investieren muss, gibt's das Gebäude billiger ...



Freytag: Genau! Wir werden der Kommission für Bodenordnung alle Facetten darlegen. Die ist es ja schließlich, die die Entscheidung trifft. Wir sind guten Gewissens.

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Datum:  12.2.2008
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