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INTERVIEW MICHAEL FREYTAG (CDU)

»Wir bauen 27 neue Schlauampeln auf«

Stau, keine grüne Welle, Baustellen, schlechte Radwege: Wenns um den Straßenverkehr geht, sind die Hamburger genervt - für 32 Prozent ist es nach einer Forsa-Umfrage gar das größte Problem der Stadt (MOPO berichtete). Die MOPO sprach mit Stadtentwicklungssenator Michael Freytag (CDU) über die Verkehrskrise.



MOPO: Wie bewerten Sie, dass für die Hamburger der Straßenverkehr das dringendste Problem ist?



Freytag: Das Thema Verkehr ist kein Hamburger Problem, sondern eine Herausforderung für alle wachsenden Großstädte weltweit. Für Hamburgs Verkehr sind die Weichen richtig gestellt. Unsere Großprojekte: Ausbau der A1 und der A7, Flughafen-S-Bahn, Umgehung Finkenwerder, Hafenquerspange und U4 werden den Verkehr langfristig flüssiger machen. Kurzfristig sind wir mit intelligenten Verkehrssystemen wie den Schlauampeln und Umbaumaßnahmen an stauanfälligen Knotenpunkten (39-Punkte-Programm) auf dem richtigen Weg.



MOPO: Wie erfolgreich sind denn die Schlauampeln und wird es bald mehr geben?



Freytag: Die Schlauampeln sind ein Erfolg, wir werden deshalb noch in diesem Jahr weitere 27 Ampelanlagen von der Bramfelder Chaussee bis zum Wandsbeker Markt umrüsten. Kostenpunkt: ca. vier Millionen Euro.



MOPO: Der ADAC sagt, dass allein für Straßenneubau und Instandsetzungen mehrere 100 Millionen Euro notwendig wären. Wie wollen Sie da mit 30 Millionen Euro, die Hamburg jährlich ausgibt, Prioritäten setzen?



Freytag: 30 Millionen Euro stecken wir allein in diesem Jahr in die Unterhaltung unserer Straßen. In diesem und im vergangenen Jahr hat der Senat 256 Millionen Euro für die gesamte Verkehrsinfrastruktur bereitgestellt. Davon entfallen allein auf das Straßennetz, also inklusive Neu- und Ausbau, 130 Millionen Euro.



MOPO: Wie steht denn Hamburg im Vergleich mit anderen Großstädten da, wenn es um den Verkehr geht?



Freytag: Hamburg steht sehr gut da. Untersuchungen zeigen, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit in der Stadt in Hamburg mit 28 km/h hoch ist. Zum Vergleich: Berlin 25 km/h, Brüssel 24 km/h, Madrid 20 km/h, Paris 17 km/h, Rom 14 km/h.



MOPO: Auch die Radfahrer klagen - schmale, schlechte oder gar keine speziellen Wege. Ist das für eine Metropole wie Hamburg, die zudem noch weiter wachsen will, nicht völlig unakzeptabel und zudem auch noch gefährlich für die Radler?



Freytag: In diesem Jahr haben wir die höchste Summe seit 1996 in die Radwege investiert: 5,484 Millionen Euro. Das zeigt den Stellenwert, den das Thema hat. Noch 2006 werden wir den Radverkehr konzeptionell beraten. Wir holen die Experten an einen Tisch und werden die Situation der Radfahrer kontinuierlich verbessern.

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Datum:  17.8.2006
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