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INTERVIEW MICHAEL »BULLY« HERBIG

»Ich wollte den Ideen der Serie treu bleiben«

Mit Genre-Parodien wie "Der Schuh des Manitu" und "(T)Raumschiff Surprise" hat Michael Herbig (41) bewiesen, dass Blockbuster auch aus Deutschland kommen können. Jetzt hat sich der notorische Spaßvogel eine weitere TV-Legende vorgeknöpft: "Wickie und die starken Männer". Mit der MOPO sprach er über gecastete Stars und seine Liebe zum alten Zeichentrick-Wickie.



plan7: Sie haben bei diesem Film einmal nicht auf bekannte Gesichter gesetzt, sondern in einer TV-Castingshow neue Talente gesucht...



Michael Herbig: Wir haben sechs starke Männer gesucht und mit Kandidaten aus der Show besetzt. Vier davon waren bereits professionelle Schauspieler, zwei sogenannte Laiendarsteller.



plan7: Warum haben Sie sich für diese Methode entschieden und nicht wieder auf altbewährte Talente vertraut?



Herbig: Man hätte diesen Film natürlich auch mit ganz fantastischen bekannten Gesichtern umsetzen können. Aber ich hatte ein wenig Angst davor, dass man ihn dann wieder als Parodie versteht - was er aber auf keinen Fall sein soll. Mir war es daher sehr wichtig, dass die sechs starken Männer möglichst nahe an die Figuren der Zeichentrickserie herankommen.



plan7: Was macht die Faszination der alten "Wickie"-Serie aus?



Herbig: Sie müssen nur an die Zeit zurückdenken: 1974 gab es noch keine Privatsender, sondern bloß zwei bis drei staatliche Sender. Bis 17 Uhr gab es oft nur ein Testbild. Ein Mal pro Woche lief "Wickie und die starken Männer", es war ein absoluter Erfolg. Die Serie hat sich schlichtweg in die Hirne meiner Generation eingebrannt. Es war eine Verabredung wie ein Zahnarzttermin: Wickie war Pflicht!



plan7: Haben Sie schon einmal daran gedacht, einen etwas ernsteren Film zu drehen, ohne die ständigen Späße?



Herbig: Also, ich finde diesen Film eigentlich schon sehr ernst (lacht). Es ist meiner Ansicht nach bereits ein sehr smarter, latenter Genrewechsel: Ich habe mich von der Parodie entfernt und langsam in Richtung Abenteuerkomödie gemogelt. Ich wollte den Ideen der Zeichentrickserie treu bleiben und sie nicht wie in "Der Schuh des Manitu" oder "(T)Raumschiff Surprise" verulken. Natürlich muss es auch immer etwas zu lachen geben, aber gleichzeitig soll es ein großes Abenteuer sein, das sowohl den jungen Fans gefällt, als auch den Zuschauern meiner Generation, die mit Wickie aufgewachsen ist.



plan7: Die Hauptrolle besetzten Sie mit Jonas Hämmerle. Warum fiel Ihre Wahl ausgerechnet auf diesen Neunjährigen?



Herbig: Er kam ausgesprochen gut vorbereitet zu dem Casting. Meine letzte Frage lautete: Wie heißt der lustigste Film, den du je gesehen hast? Und Jonas antwortete wie aus der Pistole geschossen: "Der Schuh des Manitu". Die Antwort war korrekt - und deswegen bekam er dann auch die Rolle!

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Datum:  10.9.2009
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