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INTERVIEW MEL GIBSON

»Ein logistischer Albtraum!«

Einst war er Hollywoods Darling und wusste, "Was Frauen wollen". Dann wechselte Mel Gibson auf den Regiestuhl, drehte das umstrittene Epos "Die Passion Christi" und wagte sich jetzt mit "Apocalypto" an einen aufwendigen Historienfilm.



plan7: All Ihre Filme brachten irgendwelche Widrigkeiten mit sich. War dies Ihr bisher schwierigstes Projekt?



Gibson: Ja, mit Abstand. Wir kamen mit der Drehzeit nicht aus, und gelegentlich schien alles schiefzugehen, weil Jaguare, Tapire, Schlangen und Affen nicht mitspielen wollten.



plan7: Gab es Augenblicke, in denen Sie dachten, dass Ihnen die Sache über den Kopf wächst?



Gibson: Und wie! Der gesamte Umfang - ein logistischer Albtraum! Wir hatten beschlossen, in Mexiko zu drehen, weil dort noch unberührter Regenwald existiert. Es gibt da einen Typen, der sieht aus wie ein mexikanischer John Malkovich und sägt auf seinem Land nicht einen Baum um, das ist wunderbar. Dort ist man vom Rest der Welt ziemlich abgeschnitten. Und die wenigsten Darsteller hatten je zuvor vor einer Kamera gestanden. Das Schöne, wenn man mit Laien arbeitet, ist, dass sie völlig "unverdorben" sind. Es dauerte zwar ein Weilchen, aber dann hatten sie den Dreh raus. Von ihrer Gage konnten sie acht Monate lang die Schulgebühren ihrer Kinder finanzieren.



plan7: Meinen Sie, dass Ihr Film beim Publikum Interesse an der Geschichte der Maya wecken kann?



Gibson: Das hoffe ich. Wir haben uns bemüht, historisch so authentisch wie möglich zu sein. Es war uns wichtig, die Frage mit aufzunehmen, warum diese Zivilisationen untergingen. Wir hatten als Fachberater einen Professor, dessen Spezialgebiet die Frühgeschichte der Maya ist. Mit ihm sind wir zu den Ruinen gegangen und standen schließlich oben auf den Pyramiden mit Blick auf die Überreste dieser frühen Hochkultur. Es ist umwerfend! Nichts steht zufällig da, alles hat seinen Bezug zum Firmament.



plan7: Nehmen Sie sich jetzt erst mal eine Auszeit?



Gibson: Ja. Man braucht eine Weile, um sich neuen Ideen zuwenden zu können. Mein nächster Film wird zur Abwechslung wohl auf Englisch sein. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich das hinkriege (lacht).



plan7: Hätten Sie nicht Lust, mal wieder vor der Kamera zu stehen?



Gibson: Also, bislang halte ich es noch aus. Wenn sich ein wirklich gutes Projekt abzeichnen sollte, das mich anspricht, stehe ich bestimmt sofort zur Verfügung. Aber die Regiearbeit macht mir im Moment einfach mehr Spaß.

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Datum:  14.12.2006
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