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INTERVIEW: Marcell Jansen: "Ich komme noch stärker zurück"

Marcell Jansen

 Foto: dpa

Der Schock sitzt bei allen tief. Das Saison-Aus für Marcell Jansen (24), der sich einen Riss des Syndesmosebandes zuzog, fuhr seinen Kollegen in die Glieder. "Sehr traurig ist das", erklärte Mladen Petric, "für Marcell und uns alle." Marcus Berg ist das Geschehene noch immer ein Rätsel: "Es war doch ein normaler Trainingsunfall. Wir sind beide zum Kopfball hochgegangen, und er ist falsch aufgekommen. Und nun so was ..." Pechvogel Jansen. Heute geht es für ihn nach München, zu Medizin-Guru Dr. Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Dort wird entschieden, ob der Fuß operiert oder konservativ behandelt wird. Vorher sprach Jansen mit der MOPO.



MOPO: Wie geht es Ihnen?



Jansen: Ich bin schon geschockt. Es tut weh. Ich muss zunächst einmal abwarten, was die Ärzte abschließend entscheiden. Aber es ist extrem frustrierend, in der nun entscheidenden Phase mit Bundesliga und Europa



League auszufallen.



MOPO: Zunächst deutete nichts auf eine so schlimme Verletzung hin.



Jansen: Das stimmt. Aber schon am Nachmittag nach dem Unfall lag ich auf der Couch und merkte, wie es immer schlimmer wurde. Das Problem war nur, dass ich die Verletzung überhaupt nicht einschätzen konnte. Am Freitagmorgen haben wir dann die Kernspintomografie gemacht. Und dann wusste ich Bescheid.



MOPO: Müssen Sie nun auch Ihre WM-Träume begraben?



Jansen: Es ist schwer, das zu sagen. Ganz schwer. Mal abwarten, wie der Heilungsprozess verläuft.



MOPO: Wie hat Bundestrainer Joachim Löw reagiert?



Jansen: Wir haben telefoniert, und er war natürlich auch geknickt. Er hat dann auch gesagt, dass ich nach München zu Dr. Müller-Wohlfahrt soll. Danach wissen wir, was Sache ist - auch in Bezug auf die WM.



MOPO: Sie sind als sehr positiv denkender Mensch bekannt. Was macht Ihnen Hoffnung?



Jansen: Im Moment fällt alles noch schwer. Aber es ist nach wie vor so, dass ich mich nicht als verletzungsanfällig einstufe. Was jetzt passiert ist, war ein Unfall. Und ich bin bislang nach jeder meiner Verletzungen noch stärker zurückgekommen, als ich vorher war - das macht Mut.



MOPO: Sie sehen sich nicht als Pechvogel?



Jansen: Nein! Ein Pechvogel ist für mich jemand, der gerade seinen ersten Profivertrag unterschreiben will und sich dann kurz vorher schwer verletzt. Diese Scheiße, die mir jetzt passiert ist, gehört halt leider zum Fußball dazu. So ist das nun mal.

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