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INTERVIEW KRISTEN STEWART

»Jedermanns Darling wollte ich nie sein«

Schon vor sechs Jahren machte Kristen Stewart als Filmtochter von Jodie Foster im Thriller "Panic Room" Furore. Im vergangenen Jahr bezauberte sie als Hippiemädchen im Drama "Into The Wild". Seitdem sie die Hauptrolle der Bella in "Twilight - Biss zum Morgengrauen" ergattern konnte, gilt die außergewöhnliche 18-Jährige als heißester Jungstar in Hollywood.



plan7: Anders als Ihre Kolleginnen haben Sie stets einen weiten Bogen um die üblichen Teenie-Komödien gemacht...



Kristen Stewart: Ja, denn ich kann nur dann einen Film drehen, wenn mich die Geschichte wirklich fesselt. Ich muss das Gefühl haben: Wenn ich diese Rolle nicht spielen darf, muss ich kotzen - vor lauter Ärger. Und wenn ich sie spielen darf, muss ich auch kotzen - aus Angst vor der riesigen Verantwortung: Denn wenn ich die Figur nicht richtig zum Leben erwecke, dann habe ich sie sozusagen selbst umgebracht.



plan7: Konnten Sie sich mit Bella identifizieren?



Stewart: Oh ja, sehr. Ähnlich wie sie habe ich auch einen etwas schrägen Humor, den außer mir kaum jemand versteht. Ich finde sie sehr erwachsen, sehr mutig und stark, weil sie sich mit einem Jungen einlässt, von dem sie weiß, dass er ein Vampir ist und ihr jederzeit den Hals zerfetzen kann.



plan7: Waren Sie selbst auch eine Außenseiterin in der Schule?



Stewart: Ja. Die wenigen Freunde, die ich hatte, reichten mir völlig. Ich wollte nie jedermanns Darling sein. Und ich fühlte mich immer entsetzlich unwohl auf Partys, bei denen die Leute den ganzen Abend plapperten, ohne einen einzigen vernünftigen Gedanken zu äußern.



plan7: Kannten Sie die "Twilight"-Bücher?



Stewart: Nein. Ich lese zwar viel, aber nie irgendwelche Bestseller - ich stöbere lieber in Antiquariaten. Und ich habe mich auch nie für Teenie-Literatur interessiert, denn da geht es ja meist nur um oberflächliches Zeug - wie darum, sich aufzustylen oder sich in jemanden zu verknallen. "Twilight" war eine echte Entdeckung für mich.



plan7: Hatten Sie eine Ahnung von dem Hype, der auf Sie zukommen würde?



Stewart: Nein. Anfangs wollte kein Hollywood-Studio diesen Film finanzieren. Wir hatten relativ wenig Geld und dachten bis zuletzt, wir drehen bloß eine schrullige kleine Liebesgeschichte für eine treue Fangemeinde. Doch als Robert und ich zu einer Comic-Tagung eingeladen wurden, als die Riesenhalle unseretwegen restlos ausverkauft war und die Fans jedes Mal, wenn Robert sich durchs Haar fuhr, in ohrenbetäubendes Geschrei ausbrachen, da dachten wir: Okay, vielleicht spielt dieser Film doch seine Kosten wieder ein...



plan7: Sind Sie auf den Mainstream-Geschmack gekommen?



Stewart: Nein! Viele raten mir, ich sollte meine Popularität nutzen und gleich im nächsten Blockbuster mitspielen. Aber ich würde mich dafür hassen und nur noch wie ein Zombie durchs Leben laufen. Und dazu habe ich definitiv keine Lust!

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Datum:  15.1.2009
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