Keira Knightley hat mit ihren gerade mal 21 Jahren eine erstaunliche Karriere hingelegt. Nachdem sie zwischendurch in "King Arthur" die Ritter der Tafelrunde verrückt machen durfte, verdreht die knabenhafte Engländerin nun in "Fluch der Karibik 2" wieder sämtlichen Piraten den Kopf.
plan7: Glückwunsch! Haben Sie zu den Produzenten gesagt, "ich mache nur wieder mit, wenn ich ein Schwert bekomme, keine engen Korsetts mehr tragen muss und Johnny Depp küssen darf"?
Knightley (lacht): Schön wärs, wenn ich solche Macht hätte! Offenbar wollten die Produzenten die Action-Seite meiner Figur weiter ausbauen, weil sie im ersten Teil sehr gut beim Publikum ankam. Mir war das nur recht, denn ich finde es stinklangweilig, wenn man einen Action-Film dreht und selbst nur dekorativ herumstehen muss. Aber ich hatte keinen Einfluss auf diese Entscheidungen - umso glücklicher war ich, als ich im Drehbuch las, dass ich Johnny küssen durfte!
plan7: Wie haben Sie es geschafft, beim Drehen der Szenen mit ihm ernst zu bleiben?
Knightley: Mit einem ganz einfachen Rezept: Ich habe versucht, ihn nicht anzusehen! Wenn er loslegte, konnte man kaum hinschauen, ohne laut herauszuplatzen. Den Crewmitgliedern rannen oft die Tränen nur so die Wangen runter, weil sie verzweifelt versuchten, die Aufnahme nicht zu ruinieren. Trotzdem mussten wir einen Haufen Szenen immer wieder abbrechen, weil alle vor Lachen in die Hosen gemacht haben.
plan7: Was war diesmal für Sie die größte Herausforderung?
Knightley: Am schwierigsten fand ich die Sequenz, in der ein Riesen-Oktopus das Schiff angreift - denn es gab keinen Oktopus: Er wurde erst nachträglich digital eingefügt. Daher war es ziemlich bizarr, diese Szenen zu drehen. Sie müssen sich das so vorstellen, dass Regisseur Gore Verbinski ständig vor uns herumhüpfte und rief: "Ich bin ein Tentakel! Ich bin ein Tentakel!"
plan7: Was hat sich für Sie verändert, seitdem Ihre Karriere so explodiert ist?
Knightley: Ich habe bei den Dreharbeiten inzwischen einen größeren Wohnwagen und eine eigene Toilette. Das weiß ich sehr zu schätzen. Und durch Flughafengebäude zu gehen ist jetzt viel aufregender. Bei der "Stolz & Vorurteil"-Premiere in Toronto musste ich zum Beispiel vom roten Teppich sofort zurück zum Flughafen, um wieder rechtzeitig am "Fluch der Karibik"-Set zu sein - und da bin ich in meinem engen Abendkleid am Terminal einfach überall durchgerauscht: Kein Security-Beamter hat es gewagt, mich aufzuhalten. Das hat Spaß gemacht. Ich kam mir vor wie Marilyn Monroe.