Was für ein Glück! Viele Jahre lang hatte Jördis Triebel ausschließlich auf Theaterbühnen gestanden. Und dann ist der erste Part in einem Kinofilm auch gleich die Hauptrolle. Lästige Pflicht für Schauspieler: Sie müssen vielen Journalisten viele Interviews geben. Jördis Triebel allerdings macht das nicht das Geringste aus.
plan7: Dies ist Ihr Filmdebüt. Hatten Sie keine Lust mehr aufs Theater?
Triebel: Ich wollte mal eine Zeitlang frei arbeiten, nicht fest an einem Theater engagiert sein. Ein bisschen Angst hatte ich schon, diesen Schritt zu tun. Aber dann kam das Angebot zu "Emmas Glück". Das war mein Glück, Jördis' Glück.
plan7: Ihre Emma geht so routiniert mit den Schweinen auf dem Hof um. Stammen Sie vielleicht selbst von einem Bauernhof?
Triebel: Oh nein! Ich bin ein Stadtkind, komme aus Berlin. Und die Größe der Tiere hat mich zuerst schon erschreckt. Ich hätte nie gedacht, dass Schweine so groß werden können! Aber diese Schweine im Film waren ja auch trainiert, mit denen konnte man ganz gut umgehen. Und ich hatte vor dem Dreh einige Wochen auf einem Biohof verbracht.
plan7: In einer herrlichen Szene fährt Emma auf ihrem uralten, ruckelnden Moped. Das verursacht bei ihr, na ja, offensichtlich schöne Gefühle. Ist es eigentlich schwierig, solche Szenen vor dem ganzen Team zu drehen?
Triebel: Ich hatte schon eine kleine Hemmschwelle zu überwinden. Die Kamera war direkt vor mir, fünf Mann waren um mich herum, um das Moped zu schütteln, und der Tonmann hielt von unten das Mikro. Das Ganze noch am ersten Drehtag! Aber vielleicht war das gerade ein guter Start.
plan7: Sie kommen vom Theater, Jürgen Vogel hat ausschließlich Filme gedreht. Natürlich sind Sie beide Schauspieler, aber treffen da nicht doch Welten aufeinander?
Triebel: Ich hatte schon Bedenken, und ich glaube, Jürgen hatte genauso Angst wie ich. Aber wir ergänzten uns dann wunderbar. Und er brachte mir viel bei, machte mir immer Mut. Ich hatte da wirklich Glück.
plan7: Am Ende des Films wird es ernst: Es geht um Tod und selbstbestimmtes Sterben. Wie denken Sie darüber?
Triebel: Ich denke, es zeugt von großer Stärke, jemanden gehen zu lassen, wenn er es will, und nicht aus Egoismus zu sagen: Ich halte dich fest, solange es eben geht. Dieses Gehenlassen ist doch ein großer Liebesbeweis.
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