Einer der Gründe, warum „Miami Vice“ Kultstatus erlangte, waren die pastelligen Designer-Klamotten der beiden Hauptdarsteller. Mit hochkarätigem Glitzerschmuck erinnert Jamie Foxx beim Interview allerdings eher an die fortgeschrittene Version von Puff Daddy, und Colin Farrell könnte im ausgeleierten Jeans-Outfit auch als Roadie von Jethro Tull durchgehen. Die MOPO traf die beiden in Berlin.
plan7: Sie haben gesagt, der Film würde den Begriff „cool“ neu definieren. Was ist für Sie cool?
Foxx: Im Filmbusiness wird einem natürlich viel vorgemacht, das liegt in der Natur der Sache. Ich habe aber schon einige Leute getroffen, die im Kino oder im Fernsehen total cool wirkten und es in Wirklichkeit dann gar nicht waren. Cool ist, wenn du echt Spaß an deiner Sache hast und dabei bescheiden bist.
Farrell: Leute, die sich selbst zu ernst nehmen, sind es auf jeden Fall nicht.
plan7: Die Musik, die schnellen Schnitte und die Mode in „Miami Vice“ waren in den 80er Jahren stilbildend. Was will uns heute der walrossartige Schnurrbart von Sonny sagen?
Farrell: Der kam eher zufällig. Ich hatte gerade einen Vollbart, fing an, ein wenig rumzuexperimentieren und fand ihn am Anfang eigentlich selbst nicht so klasse ...
Foxx: Aber, hey, einen so gut aussehenden Typen kann schließlich nichts entstellen!
plan7: Oh doch!
Farrell (lacht): Da sind Sie mit Ihrer Meinung aber in der Minderheit. Ich habe mich jedenfalls schnell daran gewöhnt.
Foxx: Außerdem war Regisseur Michael Mann der Meinung, dass lange Haare wieder in Mode kämen. Und es gab tatsächlich den Hintergrund, dass die beiden als Undercoveragenten auch nicht zu gut gestylt sein durften, denn das hätte im Drogenmilieu Fragen aufgeworfen.
plan7: Apropos Fragen: Haben Sie sich mit Don Johnson und Philip Michael Thomas, den Hauptdarstellern aus der TV-Serie, vor den Dreharbeiten getroffen?
Farrell: Nein, aber irgendwie profitieren die beiden ja auch jetzt von uns – schließlich wird die Serie wieder gezeigt. Jamie hat Don Johnson mal zufällig in einem Restaurant getroffen ...
Foxx (grinst): Ja, und er hatte immer noch ’ne Menge Frauen um sich herum!
plan7: Es heißt, das Remake wäre Ihre Idee gewesen?
Foxx: Das kann man so sagen. Ich war ein großer Fan der Serie und schlug Michael Mann, mit dem ich jetzt schon drei Mal zusammengearbeitet habe, vor, mal etwas Anständiges einfach nur zur Unterhaltung zu drehen. Es stellte sich heraus, dass er seinerzeit, als er das Drehbuch zum Piloten der Serie las, schon daran dachte, daraus einen Kinofilm zu machen. Aber damals waren die TV Rechte bereits ausgehandelt. 20 Jahre später hat es geklappt.