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INTERVIEW

Frank Spilker von den Sternen

Klingt bekannt und sieht vertraut aus. Dennoch ist das Album "In echt" der Sterne irgendwie neu (Veröffentlichung 29. August) - nochmal gemastert und mit Raritäten. Morgen wird im KdW (21 Uhr, 16 Euro) die neue Platte gefeiert. Frank Spilker spricht im MOPO-Interview über Altes, Neues und Hamburgs Politik.

MOPO: Warum legt ihr gerade das 94er Album "In Echt" noch mal auf?

Spilker: Songs wie "Jetzt nicht", "Eifersucht spricht" oder "Swinging Safari" gibts nicht mehr zu kaufen, sie sind aber hörenswert.

MOPO: Wann kommt neues Material?

Spilker: Wir arbeiten gerade konzentriert an neuen Stücken. Im November gehen wir ins Studio. Im Frühjahr kommt das neue Album.

MOPO: In welche Richtung geht es denn?

Spilker: Weniger songwriterorientiert, also eher so wie früher. Die Band hat dieses Mal wieder eingefordert, mehr an den Songs mitzuarbeiten. Bei den letzten beiden Alben war ich oft alleine für die Melodien verantwortlich.

MOPO: Die Sterne müssen immer ein politisches Statement abgeben. Anstrengend, oder?

Spilker: Im Grunde sage ich nur, dass man sich wehren muss und nicht alles schlucken darf. Heute regen mich Dinge der Tagespolitik viel mehr auf als früher, zum Beispiel die schlechte Bildungspolitik in Hamburg, weil meine Kinder betroffen sind. Das ist ein anderer Ansatz als vor zehn Jahren. Da ging es um den großen Überbau.

MOPO: Werden die Interessen im Alter punktueller?

Spilker: Leider geht es dabei immer nur um das Hickhack ums Geld. Es ist nicht glaubwürdig, wenn Schulklassen aufgelöst und Kitas geschlossen werden, andererseits die Polizei verstärkt finanziert wird. Da vertut man die Chance auf bessere Integration. Eltern, die keinen Job haben, haben kein Recht mehr auf einen Kitaplatz. Die Kinder lernen langsamer Sprache und soziales Verständnis und in der Grundschule hängen sie dann hinterher.

MOPO: Wie nimmst du die hiesige Musikszene wahr?

Spilker: Ich habe keine Zeit mehr, jeden Tag acht Stunden in Bars und Kneipen abzuhängen. Früher traf man sich im Karmers. Die sozialen Treffpunkte haben sich bei mir verschoben. Die Kommunikation findet jetzt gezielter, vereinzelt statt, zum Beispiel auf Konzerten.

MOPO: Was schätzt du an Hamburg?

Spilker: Ich finde Hamburg arroganzfreier als andere Städte. Hamburg ist ein gutes Pflaster für Kommunikation. Man hat hier gar nicht die Wahl wegzulaufen.

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Datum:  19.8.2005
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