So wie der Täter immer an den Tatort zurückkehrt, steht Dirk Bielefeldt alias Kult-Cop Herr Holm bald wieder auf der Bühne des St.-Pauli-Theaters: Zehn Jahre nach der Premiere heißt es im Haus neben der Davidwache wieder "Stille Nacht", natürlich nicht ohne seine Kollegen, den Wachtmeistern Rehbein und Vogel. Zum Weihnachtsfest beschenkt sich die Truppe selbst - mit neuen Uniformen: Statt trachtengrüner Amtstracht trägt das Trio nun schneidiges Beamtenblau. Anlass für die MOPO, sich nach dem Verhältnis zu den Quasi-Kollegen zu erkundigen.
MOPO: Seit 1991 geben Sie nun schon den Herrn Holm - noch gar nicht amtsmüde?
Dirk Bielefeldt: Überhaupt nicht, dafür improvisieren wir viel zu viel. Im Notfall kann man zwar auf eine gewisse Routine zurückgreifen. Aber jedes Publikum ist unterschiedlich, jede Person, die ich beim Gang durch die Reihen anspreche, reagiert anders. Und so entstehen immer wieder Situationen, in denen ich spontan loslachen muss.
MOPO: Herr Holm macht jetzt blau - dabei sahen Sie doch so schön trottelig aus in grüner Jacke, beigem Hemd und brauner Hose ...
Bielefeldt: Stimmt. Und in Bundesländern, die den Wechsel noch nicht vollzogen haben, trete ich immer noch so auf. Doch in Hamburg funktioniert der Knalleffekt nur mehr mit der blauen Uniform. Dieser kurze Schreckmoment, wenn man einen Polizisten erblickt: ,Habe ich gerade was verbrochen?'
MOPO: Sie sind im vergangenen Jahr zum "Ehrenkommissar der Polizei Hamburg" ernannt worden - können Polizisten wirklich über sich selber lachen?
Bielefeldt: Absolut. Überhaupt ist das Verhältnis hervorragend. Uns werden nicht nur die Uniformen gestellt, für Recherchezwecke darf ich meinen Quasi-Kollegen sogar über die Schulter gucken. Nur so erhalte ich Einblicke in den Mikrokosmos Wache - und verstehe, dass "EP warm" für "Essenspause warm" steht. Das größte Lob ist ohnehin, wenn nach der Show Polizisten auf Dich zukommen und sagen: ,Das war richtig gut!'