"In der bisherigen Planung halte ich sie für nicht finanzierbar", hatte Hajduk gesagt. Dieter Becken kämpft seit Jahren für die von Stararchitekt Hadi Teherani entworfene Brücke mit 1000 Wohnungen quer über die Elbe und stellt klar: "Die Finanzierung des 380-Millionen-Projekts ist nicht das Problem."
MOPO: Was sagen Sie zur Äußerung der Senatorin?
Dieter Becken: Was Frau Hajduk zur Finanzierung der "Living Bridge" sagt, ist falsch. Das Projekt ist jederzeit finanzierbar. Das Problem ist ein anderes. Die Banken wollten natürlich eine Genehmigung für den Bau sehen. Deswegen waren wir immer wieder in der Baubehörde und wollten uns Sicherheiten holen, die wir nicht bekommen haben. Wir haben auf Wunsch der Behörde das Projekt nochmals der Öffentlichkeit vorgestellt, wir haben diverse Untersuchungen zur Sicherheit durchgeführt, die Verkehrssituation analysiert und keine Rückmeldung bekommen.
MOPO: Auch nicht von Ole von Beust?
Becken: Ganz am Anfang hat der Bürgermeister gesagt er findet das Projekt toll. Danach habe ich mit den Senatoren Gedaschko und Freytag gesprochen, die sich nur positiv geäußert haben. Eine Internetbefragung der Hamburger durch die Behörde hat eine Mehrheit für die Brücke ergeben.
MOPO: Und hat Frau Hajduk sich Ihnen gegenüber geäußert?
Becken: Nein, definitiv nicht. Aber wir haben den Eindruck, das Projekt ist schon vorher in der Behörde versandet.
MOPO: Fühlen Sie sich verschaukelt?
Becken: Hadi Teherani und ich sind unglücklich mit der Situation, wir hätten gern eine klare Aussage, und wenn es eine Absage ist. Aber wir können nicht verstehen, dass wir weder ein Ja noch ein Nein bekommen. Hamburg braucht 6000 neue Wohnungen im Jahr und beim Bau von 1000 könnte ich Frau Hajduk behilflich sein.
MOPO: Wie soll es weitergehen?
Becken: Wenn das Projekt gewollt ist, kann bald Baubeginn sein.