MOPONews
News

INTERVIEW CHRISTOPHER MCQUARRIE

»Sie waren keine Helden á la Hollywood«

Im Rampenlicht stehen immer die Stars. Ohne gutes Drehbuch ist einem Film indes kein Erfolg beschieden. Christopher McQuarrie und Nathan Alexander sind die Autoren von "Operation Walküre". McQuarrie verfasste schon das oscargekrönte Buch zu "Die üblichen Verdächtigen", und er war es auch, der die Geschichte um Stauffenberg für Hollywood entdeckte.



plan7: Wie kommt ein US-Autor auf Stauffenberg und den 20. Juli?



Christopher McQuarrie: Ich recherchierte in Berlin für eine andere Sache, als man mir die Geschichte erzählte. Dass der Widerstand auch im inneren Zirkel der Wehrmacht existierte, wusste ich nicht. Und als ich mich damit beschäftigte, spürte ich, dass das ein genialer Filmstoff ist.



plan7: Wie Sie wissen, haben Sie damit allerdings einen wunden Punkt bei den Deutschen berührt...



McQuarrie: Das wissen wir. Allerdings wollten wir nie einen Film für Deutschland daraus machen, sondern den Amerikanern erzählen, dass es auch Kräfte im Militär gab, die gegen Hitler waren.



plan7: Wobei Sie einiges der Dramaturgie opfern mussten.



McQuarrie: Deshalb haben wir uns ausschließlich auf den 20. Juli konzentriert. Mein erstes Drehbuch sah noch ganz anders aus. Da war auch die Vorgeschichte enthalten. Allerdings waren da derart viele Personen und Handlungsstränge enthalten, dass der Zuschauer den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen hätte.



plan7: Bei der ganzen Arbeit, die Sie hineingesteckt hatten, fokussiert sich nun alles auf Tom Cruise.



McQuarrie: Das ist okay. Anders hätte der Film nie finanziert werden können.



plan7: Nach all der Recherche - zu welcher Meinung sind Sie gelangt? Waren die Männer um Stauffenberg nun gegen die Nazis insgesamt oder wollten sie nur Hitler beseitigen?



McQuarrie: Diese Frage ist nur sehr schwer zu beantworten. Die meisten der Beteiligten, wie auch Stauffenberg selbst, haben ja zu Beginn Hitler unterstützt. Bei Stauffenberg ist wohl das Umdenken erst in Russland erfolgt. Wir dürfen nie übersehen, dass die Männer schließlich keine strahlenden Helden á la Hollywood waren.



plan7: Ihre Eindrücke von den Dreharbeiten?



McQuarrie: Zum einen war es ein Erlebnis, in Berlin an den Originalschauplätzen zu drehen, und wir müssen den Behörden wie auch der deutschen Crew höchstes Lob zollen. Ohne die hätten wir das nie geschafft. Was mich aber beeindruckte, war die Reaktion nach der ersten Testvorführung in den USA. Wir hatten Diskussionen erwartet, doch dann kam von den Zuschauern nur die einzige Frage: Hätten wir uns das selbst auch getraut in dieser Situation? Und letztlich geht es doch nur darum.

Weitere Meldungen News
Das erste Bild des Schülers (14). Er zielte auf dem Gelände des Sportvereins Steinheim in Memmingen mit einer Waffe.

Der Schüler, der am Dienstag mit einer scharfen Waffe in seiner Schule umherballerte, ist gefasst. Er hatte sich auf einem Sportplatz verschanzt. Es fielen mehrere Schüsse. Niemand wurde verletzt.  mehr...

So sehen (Halbfinal-)Sieger aus: Die russischen Omis kamen bei der ersten Baku-Show super an.

Wer tritt am Samstag gegen Roman Lob an? Im ersten Halbfinale des „Eurovision Song Contests“ qualifizierten sich zehn Länder für die große Show. Wer noch dabei ist und wer die beste Show ablieferte – wir haben zugesehen.  mehr...

So geht Studentin Meredith ins Rennen: Sie ließ sich halbnackt in der Bibliothek fotografieren.

An der ehrwürdigen Cambridge-Universität läuft ein sexy Wettbewerb: Studentinnen kämpfen um den Titel „Hintern des Jahres“ – und provozieren damit scharfe Kritik.  mehr...

Datum:  22.1.2009
Empfehlen: E-Mail
Kontakt: Redaktion
Artikel: Drucken
Typisch Frau

Der Mai ist da, die Leute heiraten. So mit Mitte zwanzig kriegt die Frau die ersten „Hurra, wir trauen uns“-Einladungen.