Der neue Streifen um den Fledermaus-Helden mit Bale in der Titelrolle spülte allein am Startwochenende in den USA 155 Millionen in die Kinokassen. "The Dark Knight" bricht alle Rekorde. Die MOPO sprach mit Christian Bale über den überwältigenden Erfolg - und über die letzte große Rolle seines verstorbenen Kollegen Heath Ledger.
Plan7: Wann haben Sie von den ersten sensationellen Einspielergebnissen erfahren?
Christian Bale: Relativ spät. Ich weiß zwar, dass die von Anfang an jeden Besucher zählen. Aber meine Projekte sind ja in der Regel eher klein. Und da sind eben keine großen Sensationen zu erwarten. Die Situation, die ich kenne, ist eher die: Alle machen sich großartige Hoffnungen, und am Starttag haben den Film dann zwei Zuschauer gesehen. Und dann muss ich irgendwie mit der Enttäuschung fertig werden. Als ich hörte, dass wir sogar einen Rekord gebrochen haben, war ich doch sehr erleichtert.
Plan7: Kritiker meinten, man hätte versucht, den Tod von Heath Ledger für die Werbung zu dem Film zu nutzen, indem man ihn in den ersten Trailern in den Mittelpunkt stellte. Wie denken Sie darüber?
Bale: Das finde ich überhaupt nicht. Es war viel mehr ein ehrlicher Vorgeschmack auf den Film. Der Joker ist nach wie vor der berühmteste Schurke der Batman-Saga. Außerdem hat Heath ihn so porträtiert, dass sein Spiel auch in dreißig Jahren noch als spektakulär empfunden werden wird. Er ist eine der wichtigsten Figuren in der Geschichte. Und er ist physisch enorm präsent und faszinierend. Ich finde es nicht unangebracht, mit ihm für den Film zu werben, obwohl ich lange darüber nachgedacht habe. Ich wollte auf keinen Fall, dass man diese Tragödie zu Marketingzwecken missbraucht. Aber auch wenn Heath noch bei uns wäre, hätte man es nicht anders gemacht.
Plan7: Hat Heath Ledger als Joker in "The Dark Knight" die Rolle seines Lebens gespielt?
Bale: Was Heath gemacht hat, ist wundervoll. Er ist vollkommen in dieser Rolle aufgegangen. Für die Zeit, in der er den Joker spielte, war er tatsächlich der Joker. Er hat alles gegeben und diese Figur auf eine Weise interpretiert, wie es noch niemand vor ihm geschafft hat. Er hat dem Joker dieses anarchische Punkelement gegeben, wie eine Figur aus "Clockwork Orange". Sollte Chris Nolan sich entscheiden, einen dritten Teil zu drehen, steht er vor einer echten Herausforderung. Denn wer sollte nach Heaths grandioser Leistung den Schurken spielen und nur einigermaßen mithalten können?
Plan7: Ihr nächster großer Erfolg scheint schon programmiert zu sein: Sie werden im neuen "Terminator" mitspielen.
Bale: Warten wir©s ab. Hoffentlich können wir dem guten alten Terminator neues Leben einhauchen. Es hat mir aber auch großen Spaß gemacht, direkt nach "The Dark Knight" mit Werner Herzog zu drehen. Und ich hoffe sehr, ich werde in Zukunft weiterhin beides machen können, große und kleinere Filme.