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INTERVIEW

Christian Bale

Bereits als 13-Jähriger brillierte der Waliser (35) in Spielbergs "Reich der Sonne". Für den Psycho-Schocker "The Machinist" hungerte sich Christian Bale 30 Kilo runter - für den folgenden "Batman"-Streifen wurde er zum Muskelprotz. Die MOPO traf den als schwierig geltenden Star.



plan7: "Batman" , "Terminator" - spezialisieren Sie sich auf die mythischen Figuren der Filmgeschichte?



Christian Bale: Solche Projekte sind eine besondere Herausforderung, denn es reicht ja nicht, eine mythische Figur zu haben. Der Erfolg dieser Filme steht und fällt mit dem Drehbuch. Meine größte Sorge war: Können wir dem guten alten Terminator neues Leben einhauchen? Durch den Autorenstreik sind wir mit dem Drehbuch ganz schön in Verzug geraten. Da wurde ich dann doch nervös, schließlich ist das ein Riesenprojekt. Es hat mir aber beispielsweise großen Spaß gemacht, direkt nach "Batman - The Dark Knight" einen "kleinen" Film mit Werner Herzog zu drehen.



plan7: Gehen Sie Projekte unterschiedlicher Größenordnung anders an?



Bale: Nein. Ich konzentriere mich auf meine Rolle und will das beste Resultat. Das hieße ja sonst, ich würde mir bei besserer Bezahlung mehr Mühe geben. Oder ich spiele intensiver, wenn ich einen Low-Budget-Film mache. Kein Schauspieler, der seinen Beruf ernst nimmt, arbeitet so.



plan7: Per Definition sind Sie jetzt ein Star. Können Sie sich mit dieser Rolle anfreunden?



Bale: Ich sehe mich nicht als Star. Ich habe auch keine Lust, mich selbst zu zensieren, weil ich jetzt angeblich dieser "Star" bin. Das wäre der Sargnagel zu jeglicher kreativen Arbeit.



plan7: Was bedeutet Ihnen die Schauspielerei? Ist sie Leidenschaft, Sucht oder die Liebe Ihres Lebens?



Bale: Ich spreche nicht gerne über meine Arbeit. Und ich glaube, für andere ist es todlangweilig, wenn ein Schauspieler über seine Arbeit redet. Wen interessiert das? Wenn alles gut läuft, kann eine Rolle für mich zur Obsession werden, doch ich fühle mich dabei nie unwohl.



plan7: Wie schwer ist es, nach einer intensiven Rolle ins normale Alltagsleben zurückzufinden?



Bale: Manchmal ist es schwierig. Aber dann wundere ich mich wieder, wie einfach es ist, ein intensives Projekt hinter mir zu lassen. Es kommt immer auf den einzelnen Film an. Und es wird eigentlich nie so, wie du es erwartest. Das ist das Schöne an diesem Beruf. Manchmal fliegt einem die Rolle zu, manchmal muss man sich wochenlang mühsam darauf vorbereiten.



plan7: Sind Sie glücklich, endlich den ganz großen Erfolg zu haben?



Bale: Hochmut kommt vor dem Fall! Ich dachte schon ein paar Mal: Jetzt bin ich auf der sicheren Seite, und mit diesem Film wird alles anders. Heute erinnern sich die Leute nicht einmal mehr an die Titel dieser Filme. Aber es ist ein gutes Gefühl, wenn ein Film endlich einmal die Aufmerksamkeit bekommt, die ich mir für ihn gewünscht habe. Doch es bleibt ein Kampf. Und so sollte es auch sein. Ich brauche die Herausforderung und die Unsicherheit, eventuell straucheln zu können.

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Datum:  4.6.2009
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