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INTERVIEW CATHERINE HARDWICKE

»Wir bräuchten mehr Männer wie Joseph«

Die Frau ist immer wieder für Überraschungen gut: Mit dem gefeierten Jugenddrama "Dreizehn" wechselte die Architektin und Produktionsdesignerin Catherine Hardwicke auf den Regiestuhl, nun wagte sie sich an die Verfilmung der Geschichte von Maria und Joseph. Herzerfrischend natürlich präsentierte sich die 51-Jährige im Gespräch mit der MOPO.



plan7: Was hat Sie daran gereizt, eine Geschichte zu erzählen, die jeder kennt?



Hardwicke: Im Prinzip kennen wir bloß einen kleinen Ausschnitt: ein Bild, auf dem alle möglichen Gestalten um eine Krippe herumstehen. Wir sehen nur noch statische Heiligenfiguren - und nehmen sie gar nicht mehr als echte Menschen wahr. Ich habe versucht, mich in diese Leute hineinzuversetzen. Was würden Sie denn an Stelle von Joseph tun, wenn Ihre Freundin Maria schwanger zurückkäme und Sie wüssten, dass Sie nicht der Vater sein können?



plan7: Hmm ... Schwierig ...



Hardwicke: Na, sehen Sie! Und jetzt kommt noch etwas hinzu: Die Regeln seines Landes gebieten Joseph, das Mädchen zu töten. Doch er widersetzt sich. Das finde ich hochaktuell - denn solche Josephs hätten wir heute auch bitter nötig: Männer, die Stärke zeigen und auf ihr Herz hören, anstatt blind ihren Regierungen zu folgen!



plan7: Sie haben vorwiegend in dem süditalienischen Ort Matera gedreht ...



Hardwicke: Ja, denn Jerusalem und Nazareth sind heute total moderne Städte, während Matera dem historischen Jerusalem verblüffend ähnelt und die Gegend um Matera fast so aussieht wie damals die Gegend um Nazareth. Deswegen sind dort schon andere Bibelschinken gedreht worden, etwa Pasolinis "Das erste Evangelium - Matthäus" oder Mel Gibsons "Die Passion Christi". Viele Einwohner von Matera wollten unbedingt in unserem Film mitspielen, kamen zu mir und riefen: "Ich war schon Statist bei Pasolini!" Oder: "Mel Gibson fand, ich hätte ein tolles Filmgesicht!"



plan7: Darf man annehmen, dass die Dreharbeiten zu Ihrem heiligen Film unter dem guten Stern von Bethlehem standen?



Hardwicke: Im Gegenteil! Es war, als hätte uns jemand die biblischen Plagen gesandt. Sandstürme, Regenstürme, Hitze - jeden Tag gab es neue Probleme. Am schlimmsten war es, Jesu Geburt zu filmen. Haben Sie je versucht, einen störrischen Ochsen und einen Esel mit Hämorrhoiden dazu zu bringen, sich hinzulegen? Als wir das endlich geschafft hatten, fing das Baby in der Krippe an, wie am Spieß zu schreien ... Einfach zum Heulen! (lacht)

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Datum:  7.12.2006
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Julia Sextl

Relativ häufig muss ich kurzfristig ein Taxi bestellen, um noch pünktlich zu einem Termin zu kommen. Meistens stehe ich schon auf der Straße, wenn der Wagen