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INTERVIEW CATE BLANCHETT

»Die Dietrich fand ich immer bahnbrechend«

Sie ist eine echte Leinwand-Göttin - und gilt als beste Schauspielerin ihrer Generation: Trotz zweimaliger Babypause hat die 37-jährige Australierin Cate Blanchett in den vergangenen acht Jahren fast 30 Kinofilme veredelt. So spielte sie etwa die Titelrolle in "Elizabeth", gab eine Elbenkönigin in der "Herr der Ringe"-Trilogie und verwandelte sich für "Aviator" in Katharine Hepburn, wofür sie einen Oscar bekam.



plan7: Können Sie sich noch an ein paar der deutschen Ausdrücke erinnern, die Sie als deutsche Femme fatale in "The Good German" sagen?



Blanchett (auf Deutsch): Nein! (Auf Englisch:) Ich hatte erst einen Tag vor Drehbeginn erfahren, dass ich in meiner Rolle tatsächlich Deutsch sprechen musste. Das war viel zu knapp, um die Sprache vernünftig zu lernen. Nun bin ich froh, dass ich in der deutschen Fassung des Films anständig synchronisiert werde!



plan7: Wie haben Sie sich auf Ihre Rolle vorbereitet?



Blanchett: Vor allem habe ich mir alte Filme mit Marlene Dietrich und Hildegard Knef angesehen. Die Dietrich fand ich schon immer bahnbrechend, doch die Knef war für mich eine echte Entdeckung: Sie hatte wirklich Stil!



plan7: Haben Sie je überlegt, die dunklen Haare aus dem Film beizubehalten?



Blanchett: Ich habe sie ja behalten: Sie liegen bei mir zu Hause in einer Schachtel! (lacht)



plan7: Sie haben die Dreharbeiten zu "Tagebuch eines Skandals" an einem Freitag beendet und am darauffolgenden Montag mit dem Dreh zu "The Good German" begonnen, um unmittelbar im Anschluss Ibsens "Hedda Gabler" auf der Bühne zu spielen. Sind Sie ein Workaholic?



Blanchett: Nein. Aber ich konnte unmöglich eines dieser Angebote ablehnen. Ich liebe meine Arbeit einfach. Das ist alles.



plan7: Wie entspannen Sie sich am besten?



Blanchett: Zum Beispiel, indem ich mir jeden Tag mit meinem Mann einen Wodka Tonic gönne. Und wenn mein Mann nicht da ist, nehme ich gern auch nur mit dem Wodka Tonic vorlieb. (grinst)



plan7: Steven Soderbergh hat gestern erzählt, er hätte Sie zwar bei der Arbeit als unfassbar großartige Schauspielerin erlebt, Sie aber privat nie kennen gelernt ...



Blanchett: So ein Lügner! Wahrscheinlich wollte er Ihnen damit nur sagen, dass Sie ihn nicht nach meinem Privatleben befragen sollen! (lacht) Ich selbst spreche auch nicht gern über private Dinge. Dieser ganze Personenkult um uns Schauspieler ist doch bizarr: Da verstecken sich Männer mit Kameras hinter Bäumen, bloß um zu fotografieren, wie ich Klopapier ins Auto packe! Dabei wollte ich sowieso nie Filmstar werden, sondern habe mich nach der Schauspielschule eigentlich nur fürs Theater interessiert.



plan7: Stimmt es, dass Sie nun mit Ihrem Mann, dem Dramatiker Andrew Upton, zur Sydney Theatre Company zurückkehren?



Blanchett: Ja, in den kommenden drei Jahren werden wir das Theater leiten, an dem wir beide unsere ersten Jobs hatten. Ich werde dort auch Stücke inszenieren - und deshalb definitiv weniger Zeit zum Filmen haben. Nach acht Jahren in England möchte ich nun meine beiden Kinder in Sydney großziehen. Es ist tatsächlich erst acht Jahre her, seit mich meine Agentur bedrängte, doch mal in einem Film mitzuspielen. Jetzt fühlt sich die Rückkehr zur Bühnenarbeit so an, als würde ich endlich wieder nach Hause kommen.

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Datum:  1.3.2007
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Julia Sextl

Relativ häufig muss ich kurzfristig ein Taxi bestellen, um noch pünktlich zu einem Termin zu kommen. Meistens stehe ich schon auf der Straße, wenn der Wagen