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INTERVIEW BRIAN JOHNSON

Die Rückkehr des Rock 'n'Roll-Monsters

Acht Jahre waren sie wie vom Erdboden verschluckt. Nun melden sich die Hard-'n'-Heavy-Pioniere AC/DC mit ihrem neuen Album "Black Ice" zurück - und glänzen in der Rolle der Rock-Rebellen, die sich allem und jedem verweigern. Am meisten aber den Gesetzmäßigkeiten der Musikindustrie. Die MOPO sprach mit Sänger Brian Johnson.



MOPO: Wo habt ihr die letzten acht Jahre gesteckt?



Johnson: Malcom und Angus haben einfach ewig im Studio gebastelt. Sie wollten diesmal etwas Besonderes. Als sie mich endlich angerufen haben, womit ich schon gar nicht mehr gerechnet hatte, wurde mir schnell klar, dass sich das Warten gelohnt hat. Die Riffs sind Wahnsinn!



MOPO: Hast du dich nicht schon wie Pink Floyd gefühlt?



Johnson: (lacht) Nun, ich habe gelernt, wie man Kreuzworträtsel löst.



MOPO: Warum der Titel "Black Ice"?



Johnson: Früher bin ich immer mit dem Motorrad zur Arbeit gefahren. Im Winter hieß es im Radio: "Meine Damen und Herren, fahren Sie vorsichtig. Es gibt Glatteis auf den Straßen." Dieses mystische Eis ist eine gefährliche Sache: Man kann es nicht sehen, und es kann dennoch tödlich sein. Genau das hat uns fasziniert.



MOPO: Manche meinen, AC/DC würden seit 35 Jahren immer dasselbe machen ...



Johnson: Solche Kritik kommt von Leuten, die immer nach dem neuesten Sound suchen. Warum sollten wir uns in Gefilde wagen, in denen wir uns nicht auskennen? Wir machen unser Ding.



MOPO: Zum ersten Mal seit 20 Jahren kommen die Texte wieder von dir. Und du verwendest das klassische Rock-Vokabular - Frauen, Züge, Feuer, Sturm.



Johnson: Stimmt. Am schönsten ist die Zeile: "Big Jack, Big Jack, der Weihnachtsmann ist nicht der Einzige mit einem dicken Sack!" Mann, darauf bin ich wirklich stolz.



MOPO: Immer noch das alte Kind?



Johnson: Ja, dagegen kann ich nichts machen.



MOPO: Warum gibt's eure Musik nicht bei iTunes?



Johnson: Meistens geht es einer Band ja darum, ein vollständiges Album abzuliefern und nicht zwei Songs zum Downloaden. iTunes aber sind ein verfluchtes Monster geworden, das macht mir Angst. Da ist es immer gut, den großen Monstern den Mittelfinger zu zeigen. Nach dem Motto: "Ihr könnt uns gar nichts."

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Datum:  17.10.2008
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