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INTERVIEW BRIAN DE PALMA & JAMES ELLROY

»In Sofia haben wir das L.A. der 40er Jahre zum Leben erweckt«

Nun wagte sich Starregisseur Brian De Palma ("The Untouchables", Foto links) an Ellroys ersten Bestseller "Die schwarze Dahlie". Die MOPO traf die beiden beim Filmfestival von Deauville.



plan7: Mr. Ellroy, nach welchen Kriterien entscheiden Sie, wer Ihre Romane verfilmen darf?



Ellroy: Es gibt ein Argument, dem sich kein Autor jemals verschließen wird: Geld! Vor knapp 20 Jahren habe ich für die Rechte an der "Schwarzen Dahlie" 25000 Dollar kassiert - und damit meine erste Scheidung finanziert. Nachdem der Film jetzt endlich gedreht wurde, wird sich auch das Buch wieder glänzend verkaufen - und mit den Tantiemen finanziere ich meine zweite Scheidung. Insofern war mir scheißegal, wer den Roman verfilmen würde. Ich bin Realist, und ich dachte: Wer immer sich an der Leinwand-Adaption versucht, wird die Geschichte wohl gnadenlos versauen. Als ich erfuhr, dass Brian De Palma Regie führen würde, geriet ich so in Ekstase, dass ich nach draußen rannte und den Mond anheulte.



plan7: Mr. De Palma, was hat Sie an diesem Buch gereizt?



De Palma: Ich las es 1992 und war völlig gefesselt, dachte aber, Ellroy-Romane wären zu umfangreich und verzwickt, als dass sie sich auf Filmlänge reduzieren ließen. Dann sah ich "L.A. Confidential" und stellte fest: Aha, es geht also doch!



plan7: Warum hat die Finanzierung des Films so lange gedauert?



De Palma: Hollywood-Produzenten mögen solche düsteren Geschichten nicht: Es gibt hier keine echte Identifikationsfigur, keine Liebesromanze mit Happy End - und keine Hunde! Außerdem sind historische Filme immer besonders teuer. Grünes Licht bekam ich nur, weil ich auf der ganzen Welt nach einer preiswerteren Alternative zu Los Angeles gesucht habe. In Sofia wurde ich schließlich fündig: Dort haben wir das L.A. der 40er Jahre zum Leben erweckt.



plan7: Wie sind Sie auf die Jungstars Scarlett Johannson und Hilary Swank gekommen?



De Palma: Mit Scarlett habe mich mal auf einer Party unterhalten, als sie 13 war - schon damals fand ich sie faszinierend. Vor Jahren traf ich mich noch mal mit ihr zum Lunch und dachte, sie wäre perfekt für den Film. Hilary kenne ich seit Jahren gut. Sie hatte bis jetzt nur Erfolg, wenn sie Jungs oder Boxerinnen spielte. Ich aber wollte sie immer schon in einen umwerfenden Vamp verwandeln und endlich ihren Sex-Appeal zur Geltung bringen!



plan7: Sind Sie mit dem Resultat zufrieden, Mr. Ellroy?



Ellroy: Der Film ist eine gut durchdachte Verknappung meines Romans, die den Spannungsbogen erhält, die Hauptthemen klug auf den Punkt bringt und der Geschichte eine visuelle Opulenz verschafft, die ich mir nie erträumt hätte. Na? Wie klingt das? (lacht)

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Datum:  5.10.2006
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Julia Sextl

Relativ häufig muss ich kurzfristig ein Taxi bestellen, um noch pünktlich zu einem Termin zu kommen. Meistens stehe ich schon auf der Straße, wenn der Wagen