Axel Limberg (36) ist Autor des Buches "Das Plankton-Manifest" (176 S., 16,90 Euro). Er ist überzeugt, dass Algen die Welt revolutionieren werden.
MOPO: Finden Sie Algen nicht eklig?
Limberg: Die großen, ja, aber nicht die kleinen Mikroalgen.Die können eine ganze Menge.
MOPO: Was denn?
Limberg: Den globalen Energiebedarf decken.
MOPO: Wie bitte?
Limberg: Einige Plankton-Arten bestehen zu 70 Prozent aus Fett. Aus ihnen kann perfekt Bio-Energie erzeugt werden.
MOPO: Wann fahren wir denn mit Algen-Sprit?
Limberg: In Neuseeland fahren die ersten Autos damit. Hier wird das noch rund fünf Jahre dauern.
MOPO: Aber wie soll die ganze Welt mit Algen-Sprit fahren oder aus Algen-Gas Strom erzeugen?
Limberg: Studien zeigen: Wenn auf einem Prozent der Wüstenfläche Algen angebaut würden, könnte man damit den weltweiten Energiebedarf decken!
MOPO: Aber Wüsten sind trocken. Geht das auch mit Salzwasser?
Limberg: Genau. Deshalb wären Algen keine Konkurrenz zur Landwirtschaft.
MOPO: Wieso gibt's das noch nicht?
Limberg: Unter Bill Clinton stampften die USA ein solches Projekt ein. Begründung: Ein Barrel Algen-Öl hätte 60 Dollar gekostet. Heute liegt der Öl-Preis über 100 Dollar. In Saudi-Arabien werden bald auf 3000 Hektar Algen angebaut. Airbus rechnet sogar damit, bis 2030 ein Drittel des Kerosins aus Algen zu gewinnen.
MOPO: Algen sollen die Welt retten?
Limberg: Sie haben das Potenzial. Man kann damit den Klimawandel bekämpfen, aber auch Tiere füttern und Nahrung herstellen.