MOPONews
News

INTERVIEW

John Malkovich

Als wir John Malkovich beim Filmfestival von San Sebastiàn zum MOPO-Gespräch über seine Rolle als versoffener CIA-Agent in "Burn after Reading" treffen, trägt er ein abenteuerlich bunt gemustertes Jackett, das er selbst entworfen hat. Der 54-jährige Schauspiel-Star antwortet bedächtig und mit beunruhigend leiser, hoher Stimme.



plan7: Wie fühlt man sich, wenn man hört, dass die Coen-Brüder einem eine Filmfigur auf den Leib geschrieben haben, und man dann feststellt, dass diese Figur ein Volltrottel ist?



Malkovich: Das empfand ich, ehrlich gesagt, als große Erleichterung: Endlich musste ich einmal nicht vortäuschen, intelligent zu sein! Außerdem war ich beruhigt, als ich sah, dass die anderen Charaktere in dem Drehbuch ebensolche Idioten waren.



plan7: Im Film erleben wir, wie die Menschen für die Erfüllung ihrer Träume über Leichen gehen ...



Malkovich: Ja, der Film zeigt, wie gefährlich Träume sein können. Und ich finde das sehr treffend. Denn die Welt ist voll von Leuten, die glauben, es wäre eine fantastische Idee, seine Schönheitsoperation mit dem Verkauf von Staatsgeheimnissen zu finanzieren. So etwas finden die meisten Menschen heutzutage doch völlig normal.



plan7: In einer der schönsten Filmszenen versucht ein dumpfbackiger Fitnesstrainer, gespielt von Brad Pitt, Ihre Filmfigur am Telefon mit Staatsgeheimnissen zu erpressen. Durch die Muschel hört man Ihren fulminanten Wutausbruch am anderen Ende der Leitung. Wo waren Sie, als die Szene gedreht wurde?



Malkovich: In Paris! Ich war dort, um ein Theaterstück zu inszenieren, und sie riefen mich mitten in der Nacht an, während sie die Szene filmten. Ich habe Brad am Telefon angebrüllt, so laut ich konnte. Erst nach dem dritten Versuch fiel mir ein: O Gott, ich bin ja hier in meinem Appartement! Mit meinem Geschrei habe ich garantiert alle Nachbarn geweckt.



plan7: Glauben Sie, wir müssen uns - wie der Film suggeriert - Sorgen darüber machen, was mit unseren geheimen Daten passiert?



Malkovich: Ich denke, wir müssen uns schlichtweg damit abfinden, dass es keine Privatsphäre mehr gibt. Jeder kann sich doch heute in deinen E-Mail-Account hacken. Jeder kann mit seinem Handy ohne deine Erlaubnis ein Bild von dir knipsen und es rund um den Globus schicken. Die Menschen scheinen sich alle in kleine Japaner verwandelt zu haben: Alle sind inzwischen mit einer Kamera bewaffnet. Wir leben in einer Gesellschaft mit Millionen Paparazzi.



plan7: Haben Sie diesbezüglich schlechte Erfahrungen gemacht?



Malkovich: Und wie! Vor 20 Jahren war das alles noch ganz anders: Da wurde man weitgehend in Ruhe gelassen, egal, wie berühmt man war. Aber gestern habe ich mich zum Beispiel in Paris mit einem Freund in einem Restaurant getroffen, und sofort bestürmten uns 40 Typen mit ihren beschissenen Kameras. Das ist doch krank! Wie kann es sein, dass so etwas legal ist? Warum muss ich mir das gefallen lassen? Warum kann ich diese Perversen nicht einfach mit einer Axt in Stücke hacken? (lacht)

Weitere Meldungen News
Das erste Bild des Schülers (14). Er zielte auf dem Gelände des Sportvereins Steinheim in Memmingen mit einer Waffe.

Der Schüler, der am Dienstag mit einer scharfen Waffe in seiner Schule umherballerte, ist gefasst. Er hatte sich auf einem Sportplatz verschanzt. Es fielen mehrere Schüsse. Niemand wurde verletzt.  mehr...

So sehen (Halbfinal-)Sieger aus: Die russischen Omis kamen bei der ersten Baku-Show super an.

Wer tritt am Samstag gegen Roman Lob an? Im ersten Halbfinale des „Eurovision Song Contests“ qualifizierten sich zehn Länder für die große Show. Wer noch dabei ist und wer die beste Show ablieferte – wir haben zugesehen.  mehr...

So geht Studentin Meredith ins Rennen: Sie ließ sich halbnackt in der Bibliothek fotografieren.

An der ehrwürdigen Cambridge-Universität läuft ein sexy Wettbewerb: Studentinnen kämpfen um den Titel „Hintern des Jahres“ – und provozieren damit scharfe Kritik.  mehr...

Datum:  2.10.2008
Empfehlen: E-Mail
Kontakt: Redaktion
Artikel: Drucken
Typisch Frau

Der Mai ist da, die Leute heiraten. So mit Mitte zwanzig kriegt die Frau die ersten „Hurra, wir trauen uns“-Einladungen.