Es war still geworden um die Jungs von Starsailor. Nach dem Riesenerfolg mit "Love Is Here" (2001) und dem Nachfolger "Silence Is Easy" (2005) nahm kaum einer mehr Notiz von ihnen. Das soll sich jetzt - mit einem neuen Album - ändern. Im Interview erzählen Sänger James Walsh und Bassist James Stelfox, wie sie mit diesem Druck umgehen.
MOPOP: Herr Walsh, haben Sie extra für die Interviewtermine den Bart abrasiert? Wie nett!
James Walsh: Nicht ganz. Mit einem Bart kann man gut verstecken, dass man dicker geworden ist. Jetzt bin ich aber meinen Frontmann-Pflichten nachgegangen und habe Workout gemacht.
James Stelfox: Sonst hätten wir dich auch rausgeschmissen! (lacht)
MOPOP: Walsh, die Rampensau? Dabei scheinen Starsailor doch von jeglichem Rock-'n'-Roll-Klischee befreit!
Stelfox: Drogen und Drinks sind auch uns nicht fremd. Aber wir stellen uns nicht wie andere Kollegen aufs Dach und brüllen das hinaus. Wir lassen hoffentlich unsere Songs für sich sprechen.
MOPOP: Haben Sie auch deswegen ein Image-Problem?
Stelfox: Vielleicht. Aber wenn Chris Martin nicht mit Gwyneth Paltrow verheiratet wäre, hätten auch Coldplay das Problem. Sollen wir deshalb anfangen, mit Berühmtheiten rumzumachen?
MOPOP: Vielleicht wäre das eine Maßnahme. Dann würden Sie auch Leute wie Noel Gallagher nicht mehr als "Schwanzgesichter" bezeichnen. Haben Sie mit ihm eigentlich Frieden geschlossen?
Walsh: O ja. Auch mit Liam. Ich habe mit niemandem ein Problem. Ich bin voller Liebe für jeden. (lacht)
MOPOP: Auf Ihrer neuen Platte gibt es den Song "Boy In Waiting". Handelt der von Leuten, die den Ruhm suchen?
Walsh: Es geht um Erwartungsdruck und darum, dass nur wenige Talentierte den Erfolg halten können, den ihnen die Öffentlichkeit auferlegt. Es beschreibt auch, was uns widerfuhr.
MOPOP: Nämlich?
Walsh: Unser letztes Album war nicht so erfolgreich wie die zwei ersten. Auch wir waren Träumer. Ich saß mit 16 vor meinem Berufsberater, der fragte: Klempner oder Musiklehrer? Und ich sagte: Rockstar!
MOPOP: Hat ja auch geklappt. Sie haben mit U2, The Police, den Rolling Stones und den Killers die ganz großen Rockstars auf Tour supportet. Wer hat Sie am besten behandelt?
Stelfox: Ronnie Wood von den Stones schaute sich unseren Gig an - und spielt nun auch auf unserer Platte. Mit Brandon Flowers haben wir unsere Single neu eingesungen. Auch Sting war echt nett. Ich hatte ihn vorher schon mal getroffen, da war er sehr unhöflich, wollte nicht mal meine Hand schütteln.
- Album: "All The Plans" (EMI)
- Konzert: 21.9., 21 Uhr, Fabrik, 30 Euro
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