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Das schnellste kommt aus Norderstedt

Auf der Überholspur durchs Internet - zum Preis einer üblichen Flatrate: Für zahlreiche Haushalte in Hamburg und Umgebung ist das Highspeed-Internet schon Alltag. Bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) - doppelt so viel wie beim schnellsten Anschluss der Telekom. Möglich machen es Wilhelm.tel, eine Tochterfirma der Stadtwerke Norderstedt, und deren Hamburger Partnerunternehmen willy.tel.



Wer braucht so viel Bandbreite? Da ein Byte Datenvolumen aus acht Bits besteht, rauschen bei einer 100-Megabit-Leitung bis zu 12,8 Millionen Bytes pro Sekunde durchs Kabel. Wer nur surfen will, hat von den enormen Datenraten keinen nennenswerten Vorteil - da reicht auch ein 6000er-DSL-Anschluss aus. "Unsere Zielgruppe sind vor allem Familien, in denen mehrere Personen gleichzeitig im Netz sind und häufig große Datenmengen, zum Beispiel Videos, herunterladen", erklärt willy.tel-Geschäftsführer Bernd Thielk. "Aber auch ein einfaches Windows-Update kann zum Beispiel gut drei Gigabyte groß sein. Mit unserem Anschluss ist das in rund vier Minuten da, bei einem 8000er-Anschluss würde das etwa eine halbe Stunde dauern."



Braucht man neue Hardware, um das schnelle Internet nutzen zu können? Nein. Die seit Jahren üblichen PC-Netzwerkkarten reichen aus.



Wo gibt es das Highspeed-Netz schon? Bei allen 90000 Wohnungen der SAGA/ GWG und in etwa 50000 Wohnungen von anderen Wohnungsbau-Genossenschaften. Rund 180000 sollen es bis Ende Juli sein. Norderstedt ist fast komplett angeschlossen, andere Gemeinden in Schleswig-Holstein wollen nachziehen.



Wie funktioniert die Technik? Glasfaserleitungen verlaufen in der Regel zwischen Hauptverteilerstationen, sogenannten Nodes, die als graue Plastikkästen am Straßenrand stehen. Dort werden die Lichtsignale der Glasfaserkabel in elektrische Signale umgewandelt und über herkömmliche Kupferkabel an die Teilnehmer geliefert. Das Problem: Je länger der Weg vom Verteiler zum Teilnehmer ist, desto geringer ist die Bandbreite, also die mögliche Übertragungsgeschwindigkeit. Daher setzen wilhelm.tel und willy.tel auf das Prinzip "fiber to the basement", verlegen also die Faser ("fiber") bis in den Keller ("basement"). Dafür wird der Gehweg von einem Verteilerschacht unter der Straße aus bis zum Haus aufgebuddelt und der Node im Keller installiert. Von dort aus geht es übers Telefonkabel - oder besser über Kabel der Kategorie 5 - weiter in die Wohnungen.



Wie kann ich das schnelle Internet bekommen, wenn es in meiner Wohnung noch nicht verfügbar ist? Man kontaktiert den Hauseigentümer beziehungsweise die Hausverwaltung oder wendet sich direkt an wilhelm.tel oder willy.tel. Voraussetzung für den Anschluss: Es müssen genug Interessenten vorhanden sein, die dann auch Kabelfernsehen über den Netzbetreiber beziehen.

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Datum:  2.6.2009
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