Es ist jeden Morgen das Gleiche: Kurz vor Beginn der ersten Stunde an der Internationalen Schule am Hemmingstedter Weg 130 (Osdorf) kommt es zum Verkehrschaos. Wenn zwischen 8.15 Uhr und 8.30 Uhr die Eltern ihre Kinder abliefern, geht zeitweise nichts mehr. Zwei Autoschlangen kurven dann im Kriechtempo aneinander vorbei. Den Kurzzeit-Stau gibt es seit dem 11. Januar, dem Tag, an dem die rund 700 Schüler erstmals im neuen Gebäude am Hemmingstedter Weg unterrichtet wurden.
Der schöne neue Kreisel an der früheren Kreuzung Hemmingstedter Weg/Heinrich-Plett-Straße sollte für fließenden Verkehr sorgen. Doch zwischen ihm und der Schule bremst ein Nadelöhr die Autos aus: Auf einer Seite ist das Parken am Fahrbahnrand erlaubt, die Straße ist nur einspurig befahrbar. Wer von der Schule zurück zum Kreisel will, muss den entgegenkommenden Verkehr durchlassen und hinter den parkenden Autos warten - in beiden Richtungen bilden sich Blechschlangen.
Der Rückstau vom Kreisel Richtung Norden reicht zuweilen bis zum Elbe-Einkaufszentrum an der Osdorfer Landstraße. Manche Autofahrer lösen das Problem eigenwillig, weichen halb auf den Bürgersteig aus. Mit den überdurchschnittlich vielen Geländewagen, die vor der Schule vorfahren, ist das kein Problem.
"Wir ersticken hier jeden Morgen in Abgasen", sagt Anwohnerin Jurin Kühnbaum (62). "So geht das nicht weiter, da muss was passieren", meint sie. Gary Rogers, der seine Tochter mit dem Auto zur Schule bringt, fährt jeden Morgen 15 Minuten früher los: "Bis auf diesen Engpass ist alles bestens gelöst. Das hätte die Stadt doch wissen müssen."
"Wir haben von unserer Seite alles getan, was wir konnten", erklärt Schuldirektor Vladimir Kuskovski und verweist auf die 200 Schulparkplätze und die zweispurige "Drop-off-Zone", in der die Eltern ihre Kinder aussteigen lassen können. "Wir haben schon mit der Polizei gesprochen und das Bezirksamt Altona auf das Problem hingewiesen."
Am vergangenen Mittwoch trafen sich Mitarbeiter von Polizei und Tiefbauamt - und fanden eine Lösung. Die parkenden Autos müssen halb auf dem Gehweg stehen, dann kommt der Verkehr zweispurig an ihnen vorbei. Das Ganze solle "kurzfristig entsprechend der Witterung" geschehen, hieß es aus dem Bezirksamt - also, wenn der Schnee weg ist.