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Westerwelle in Brasilien - Mronz will weiter mit

Brasília - Außenminister Guido Westerwelle (FDP) ist am späten Dienstagabend (Ortszeit) in Brasilien, der letzten Station seiner knapp einwöchigen Südamerika-Reise, eingetroffen.

Am heutigen Mittwoch wird er in der Hauptstadt Brasília zunächst mit Industrieminister Miguel Jorge und anschließend mit Außenminister Celso Amorim zusammenkommen. Westerwelle wird auch in Brasilien von seinem Lebenspartner Michael Mronz begleitet. In der «Bild»-Zeitung wies der Sportveranstaltungsmanager Vorwürfe aus Oppositionskreisen zurück, die Reisen des Ministers für private Geschäfte zu nutzen.

«Wann immer ich es zeitlich schaffe, möchte ich Herrn Westerwelle auf seinen Reisen begleiten, um mich für Kinder sozial zu engagieren», sagte Mronz, der auch Vorstand der Aktion «Ein Herz für Kinder» ist. Dass er auf eigene Kosten reise, verstehe sich dabei von selbst. «Gerade weil wir keine eigenen Kinder haben, möchte ich ein Herz für Kinder zeigen», so Mronz weiter.

Zuvor hatte Westerwelle bereits alle Kritik der Opposition an der Begleitung zurückgewiesen: «Ich freue mich, dass sich Herr Mronz die Zeit nimmt, mich auf eigene Kosten zu begleiten, um sich in der Region über soziale Probleme zu informieren und dafür zu engagieren. Das wollen und werden wir fortsetzen.»

Ein wichtiger Punkt auf der letzten Station der Südamerikareise des Außenminister sind Wirtschaftsthemen. Brasilien ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Lateinamerika. 1200 deutsche Unternehmen, die 250 000 Menschen beschäftigen und rund 10 Prozent zum industriellen Bruttoinlandsprodukt beitragen, sind dort aktiv. Am Donnerstag wird Westerwelle in São Paulo eine Rede vor deutschen und brasilianischen Unternehmern halten. Außerdem steht der Besuch in einem Siemens-Werk auf dem Programm.

Zum Abschluss seiner sechstägigen Reise fliegt Westerwelle am Freitag nach Rio de Janeiro, wo er sich über die anstehenden Sport- Großereignisse informiert. Brasilien richtet 2014 die Fußball- Weltmeisterschaft und 2016 die Olympischen Spiele in Rio aus.

Westerwelle kam aus Uruguay. Dort hatte er mit Außenminister Luis Almagro ein Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet. Uruguay steht derzeit noch auf einer «Grauen Liste» von Steueroasen, die die internationalen Standards zum Austausch von Finanzdaten nicht einhalten. Almagro sagte: «Wir wollen uns weiter öffnen für den Rest der Welt.» Damit sollten auch mehr ausländische Direktinvestitionen ins Land geholt werden.  Westerwelle sprach sich für einen weiteren Ausbau der Kontakte aus, auch über den wirtschaftlichen Bereich hinaus. Deutschland wolle in der lateinamerikanischen Welt auch «mit kleineren Staaten beste Beziehungen pflegen».

Der FDP-Chef will das Verhältnis zu Südamerika zu einem Schwerpunkt seiner Amtszeit machen. Vor Brasilien und Uruguay war Westerwelle bereits in Chile und Argentinien.

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Datum:  10.3.2010
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