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INDIEN

Water

Die Story: Indien 1938: Kurz nach ihrer arrangierten Hochzeit wird die achtjährige Chuyia zur Witwe. Nach hinduistischer Tradition muss sie nun bis zu ihrem Tod ihr Dasein in Armut und völliger Enthaltsamkeit fristen - in einem Witwenheim. Das naive, aufmüpfige Mädchen wirbelt das Leben der Bewohnerinnen ordentlich durcheinander, vor allem das der schönen Kalyani, die sich in den jungen Juristen Narayan verliebt. Der Idealist und Anhänger von Mahatma Gandhi möchte Kalyani trotz ihrer sozialen Ächtung heiraten - doch ein dunkles Geheimnis vereitelt die Pläne der beiden Liebenden ...



Die Schauspieler: John Abraham, neben Shah Rukh Khan einer der Megastars des Bollywoodkinos und hiesigen Filmfans am ehesten durch den indischen Action-Blockbuster "Dhoom" bekannt, zeigt sich in der Rolle des Gandhi-Verehrers Narayan von seiner sensiblen Seite. Als liebreizende Witwe Kalyani überzeugt Lisa Ray, die schon in Deepa Mehtas Komödienhit "Bollywood/Hollywood" die Hauptrolle gespielt hatte. Am verblüffendsten ist die Leistung von Sarala, einem kleinen Mädchen aus Sri Lanka: Die Darstellerin der Chuyia sprach weder Hindi noch Englisch und lernte alle Dialoge rein phonetisch - ein echtes Naturtalent!



Der Regisseur: Mit "Water", dem meisterhaften Abschluss ihrer "Trilogie der Elemente", hat die Inderin Deepa Mehta erneut den Finger in eine gesellschaftliche Wunde gelegt - und damit einmal mehr den Zorn radikaler Hinduisten auf sich gezogen. Die hatten 1998 die indischen Kinobesitzer so eingeschüchtert, dass "Fire", Deepa Mehtas preisgekröntes Drama über das Tabu einer lesbischen Liebe, sofort von der Leinwand verschwand und stattdessen zur am häufigsten raubkopierten DVD in Indien avancierte; zwei Jahre später verhinderten sie gewaltsam die Dreharbeiten zu "Water". Doch Deepa Mehta gab nicht auf und konnte das Projekt schließlich 2005 in Sri Lanka realisieren. In ruhigem Erzähltempo, mit sparsamen Dialogen und betörend poetischen Bildern zeigt sie ebenso einfühlsam wie schonungslos Mechanismen der Unterdrückung auf, die nach wie vor aktuell sind: Noch heute darben rund zwölf Millionen indische Witwen in ähnlichen Heimen wie im Film.



Fazit: Ein visuell beeindruckendes, packendes, zu Tränen rührendes Melodram.

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Datum:  7.9.2006
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