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IN DER LANDESBANK-GALERIE

Neonazi-Geschäft sorgt für Chaos

Peinliche Panne bei der HSH-Nordbank: Die Banker haben versehentlich ein Ladengeschäft in ihrer Passage an der Spitalerstraße an Rechtsradikale vermietet. Gestern sollte die Boutique für "Thor Steinar"-Mode eröffnen, was durch den Vermieter zunächst verhindert wurde. Vor dem Laden hatten sich Dutzende Demonstranten aus der linken Szene versammelt, die Polizei sperrte die Passage kurzfristig. Ab heute sollen die Neonazi-Klamotten in den Verkauf gehen.



"Wir haben das vorher definitiv nicht gewusst", beteuerte der Sprecher der HSH-Nordbank, Christian Buchholz, gestern sichtlich betroffen: "Es ist uns unglaublich peinlich und unangenehm." Der Schreck kommt zu spät - die Rechten haben einen Fünf-Jahres-Mietvertrag mit der Bank, die aus den Landesbanken von Hamburg und Schleswig-Holstein vervorgegangen ist. "Wir werden alles Mögliche tun, um das Geschäft so schnell, wie es geht, zu schließen", so Buchholz.



Juristisch wird das heikel, sagt Torsten Flomm vom Grundeigentümerverband Hamburg: "Eine Kündigung aus politischer Motivation ist schwierig, der Laden verkauft ja nichts Verbotenes."



Die Banker fühlen sich arglistig getäuscht: "Der Mieter war mit uns unter dem Namen ,Protex - funktionale Sport- und Outdoor-Bekleidung' in Kontakt getreten", so Banksprecher Christian Buchholz. Von Mode für Neonazis sei da keine Rede gewesen. Etwas Recherche hätte ergeben: Die Firma "Protex" aus Königs Wusterhausen (Brandenburg) vertreibt "Thor-Steinar"-Mode in ganz Deutschland. Die Klamotten mit den völkischen Symbolen gelten als Erkennungszeichen in der rechten Szene.



Bei der Eröffnung von "Protex"-Geschäften in Berlin, Magdeburg und Leipzig gab es jedes mal erhebliche Proteste von Antifaschisten und Nachbarn. In Magdeburg musste der Laden schließen, in Leipzig laufen seit einem Jahr Prozesse. Die Hamburger-Filiale ist die erste im Westen.



"Protex"-Chef Uwe Meusel war gestern zur Neueröffnung nach Hamburg gereist, schloss angesichts der Proteste jedoch vorübergehend des Ladentüren und löschte das Licht. Heute will er den Verkauf aufnehmen.



Die Demonstranten wollen wieder kommen: "Wir werden solange Aufstand machen, bis das Geschäft endgültig schließt - und wenn es jeden Tag sein muss", sagt ein Protestler.



In der HSH-Nordbank-Arena ist das Tragen "Thor Steinar"-Bekleidung übrigens seit September 2007 streng verboten.

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Datum:  26.9.2008
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