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IN DER FABRIK

Rocken gegen Castor

Sie besangen den Untergang Deutschlands, beschimpften Polizisten als Bastarde und verkündeten "legal, illegal, scheißegal" - Slime waren bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1994 die wohl einflussreichste deutsche Punkband. In diesem Jahr standen die fünf Männer erstmals wieder auf der Bühne -äußerlich gealtert, inhaltlich aber frischer denn je. Seit Donnerstag ist die Band um Frontsänger Dirk (50) auf großer Tour, die sie für das Benefiz-Konzert "Schotter gegen den Atomzug" in Hamburg unterbrechen.



"Es ist ja so, dass die Anti-AKW-Bewegung immer eines unserer Themen war", sagt Slime-Sänger Dirk. Bereits in seiner Jugend riss er "Bauzäune von Atomkraftwerken ein" und distanziert sich bis heute "von keiner militanten Widerstandsform". Neben Slime treten Rantanplan, Abi Wallenstein und King Fehler auf. Nach MOPO-Informationen wird zudem Jan Delay am späten Mittwochabend in der Fabrik mit von der Partie sein. Die Veranstalter halten sich dazu bedeckt: "Das wäre eine tolle Bereicherung für das Konzert, bestätigen können wir das nicht", sagt Oliver Neß, Sprecher der Unternehmerinitiative, auf Anfrage.



Das erklärte Ziel des Benefiz-Gigs: Der Castor-Transport muss gestoppt werden. Für diesen Zweck verzichten alle Künstler auf ihre Gagen, das Geld kommt Bürgerinitiativen aus dem Wendland, allen voran der bäuerlichen Notgemeinschaft, zugute. Und das dürfte nicht wenig sein -die Veranstalter erwarten Erlöse im fünfstelligen Bereich.



"Wenn man sich Stuttgart 21 anguckt oder auch die Hartz-IV-Erhöhung von fünf Euro", so Dirk, "ist eins klar: Unsere Lieder sind zeitlos. Und weil uns die Aktionsform gefällt, quetschen wir das in unsere Tour." Das Konzert der Alt-Punker am 18.12. ist übrigens ausverkauft, am 22.01. gibt es ein Zusatzkonzert. (fh)

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Datum:  30.10.2010
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