Seit dem Wochenende weiß die Öffentlichkeit: Hamburgs neuer Wirtschaftssenator ist ein Lügner. Ian Karan (parteilos) musste eingestehen, seinen Lebenslauf frisiert zu haben. Doch ist sein Geständnis wirklich umfassend? Oder gibt es weitere Lügen, über die er bisher nicht gesprochen hat?
So hat Karan immer wieder davon erzählt, was für ein Kriegsheld sein Vater war. „Er war bei der British Airforce als Pilot, kämpfte in Nordafrika und wurde über Libyen abgeschossen.“ So stand es zuletzt am 16. August im „Abendblatt“.
Die MOPO hat bei Karan schriftlich nachgefragt, ob er bei dieser Darstellung bleibt. Seine Sprecherin: Zum „privaten Familienhintergrundwerden wir keine Stellung nehmen“.
Nach MOPO-Informationen gab es tatsächlich einen Air-Force-Soldaten namens Karan: Bir Singh Karan. Nur dass der kein Pilot, sondern Aircraftman 2nd Class war, ein niedriger Mannschaftsdienstgrad. Karan war auch nicht Angehöriger der britischen Royal Air Force, sondern der Royal Indian Air Force. Bir Singh Karan ist tatsächlich gefallen, und zwar am 19. August 1942. Zumindest das stimmt mit den Angaben des Senators überein.
In den vergangenen Tagen musste Ian Karan eingestehen, jahrelang die Öffentlichkeit belogen zu haben. So sei er wegen häufiger Fehlzeiten von der London School of Economics verwiesen worden – und nicht, wie zuvor behauptet, seines Engagements gegen den Vietnam-Krieg wegen. Falsch war auch die Behauptung, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) persönlich habe ihn dazu aufgefordert, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen.
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