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HSV VERLIERT IN LEVERKUSEN

2:4! Tschüs, Champions League

Mladen Petric

Foto: Witters

Kurz vor dem Anpfiff setzten die Fans des HSV zum großen Kräftemessen an. Das Vereinslied der Leverkusener wurde in der BayArena gespielt, zu hören aber waren nur die Gäste. "Ha-Ess-Vau, Ha-Ess-Vau" – Hamburgs Anhänger setzten ein deutliches Zeichen. Leider war es der letzte Punkt, der an diesem Abend an den HSV ging. Denn das, was wirklich zählt, kam mal wieder zu kurz. 2:4 (1:1) bei Bayer Leverkusen. Ein heftiger Schlag ins Genick. Und das Ende aller Champions-League-Träume. Schlimmer noch: Der HSV muss nun ernsthaft darum zittern, sich auf direktem Wege für die Europa League zu qualifizieren.



Was für eine Ernüchterung nach den Siegen gegen Hertha BSC (1:0) und Anderlecht (3:1). "Wir hätten ein Zeichen setzen können", bekannte Marcell Jansen. "Aber das haben wir verpasst." Auf vier Zähler hätte der HSV sich an Leverkusen und Rang drei heran pirschen können. "Aber nun haben wir unsere letzte Karte für die Champions League verspielt", lautete Guy Demels Fazit. Weil der HSV sich vor allem im Defensivbereich einen Patzer nach dem Anderen erlaubte.



Zur Halbzeitpause war noch alles im Lot. Kießling hatte zwar den ersten Hamburger Totalausfall genutzt und Mathijsens sowie Rozehnals Blackout zur Leverkusener Führung genutzt (22.). Doch Zé Roberto, der das Missverständnis von Bayer-Keeper Adler und Hyypiä per Heber nutzte, glich aus (33.).



Dann aber brach es über den HSV hinein. Mathijsen ließ Derdiyok nach Schwaabs Flanke ungehindert einköpfen (55.). Sieben Minuten später konnte Aogo Renato Augustos scharfe Hereingabe nicht verhindern, Kießling hielt die Rübe hin – 1:3 (62.).



Rozehnal, der Trochowskis Freistoß zum 2:3 einschob (83.), sorgte kurz für Hoffnung. Doch keine 60 Sekunden später war der Drops gelutscht – Castro traf knallhart zum Endstand.



Chancenlos stand der HSV letztlich dem Bayer-Offensivspektakel gegenüber. Warum? Fehlte nach dem Anderlecht-Spiel die Kraft? "Das darf keine Ausrede sein", widersprach Dennis Aogo. "Wir sind es mittlerweile gewohnt, diese Belastung über einen längeren Zeitraum zu haben."



Keeper Frank Rost machte eher ein Qualitätsproblem ausfindig: "Wir machen zu viele Fehler. Du kannst immer viel von der Champions League reden – aber letztlich zählen Ergebnisse. Und die waren zu oft schlecht."



Die Europa League ist nun das Maß aller Dinge. Und ausgerechnet Werder Bremen könnte dem HSV helfen. Verdrängt der Erzrivale Hamburg von Platz fünf, zieht aber ins Pokalfinale ein, wäre der HSV als Sechster dennoch in Europa dabei. So müsste der HSV den Bremern am Saisonende womöglich danken. Für die Hamburger Fans der bitterste Gedanke überhaupt.

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Datum:  15.3.2010
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