Drei Tage lang hat der Fall Zé Roberto das HSV-Trainingslager in Belek überschattet, seit gestern ist zumindest wieder ein bisschen Ruhe eingekehrt. Der Brasilianer hat sich beim HSV gemeldet und für sein Fehlen entschuldigt. Vorerst bleibt er aber weiterhin in seiner Heimat. Der Grund sind familiäre Probleme.
"Es tut mir leid, dass ich nicht ins Trainingslager gekommen bin und den HSV erst so spät über die Gründe in Kenntnis gesetzt habe. Ich habe ein ernstes familiäres Problem, das ich nur hier in Brasilien lösen kann. Ich bitte die Leute, nicht an meiner Zuverlässigkeit zu zweifeln, die ich bislang in meiner Karriere immer unter Beweis gestellt habe", erklärte Zé Roberto. Genaue Details über die Probleme in der Familie wollte er nicht verraten.
Die Nachricht erreichte den HSV in der Nacht zu Dienstag. Rund eine halbe Stunde telefonierte der Brasilianer mit Bruno Labbadia. Der Trainer machte dem 35-Jährigen klar, dass der HSV dieses Verhalten nicht akzeptieren werde, eine fünfstellige Geldstrafe gibt es auf jeden Fall. Er kündigte für die nächsten Tage einen permanenten Kontakt an. "Es ist wichtig, dass er den ersten Schritt nun gemacht hat - auch gegenüber der Mannschaft", so Labbadia.
Spätestens Mitte nächster Woche wird Zé Roberto wieder in Hamburg erwartet. Das Reha-Programm nach seinem Bänderanriss ist gut verlaufen. "Ich will jetzt nur noch Wadenmuskulatur aufbauen, die durch das Tragen des Gipses verloren gegangen ist", sagt der 35-Jährige. Dass er zum Rückrundenstart gegen Freiburg (16. Januar) wieder auf dem Platz stehen wird, ist unwahrscheinlich. "Sein Kopf ist durch die Probleme derzeit sicherlich mehr bei der Familie als bei seinem verletzten Fuß. Wir gehen davon aus, dass er gegen Freiburg fehlt", so Labbadia.