Für Campino Milligan (35) und seine Freundin Ivonne (32) wurde der Besuch im HSV-Stadion zum Höllentrip. Beim 1:0 gegen den FC Bayern am vergangenen Freitag soll das Hamburger Paar bespuckt, beleidigt und bedroht worden sein (MOPO berichtete). Gerade die rassistischen Anfeindungen, von denen der US-Amerikaner berichtete, haben für große Diskussionen gesorgt (siehe Leserbriefe). Milligan fordert ein Stadionverbot für die Rassisten. Der HSV sucht derzeit nach den Beschuldigten. Unter ihnen ist auch ein Ordner.
"Wir wollen dem HSV nichts Böses. Es waren auch nur wenige ,Fans', nicht die ganze Kurve", betont Milligan. Entgegen der Stadionordnung hatten die beiden Bayern-Fans ihre Plätze im Block 28C der Nordtribüne mit Fankleidung "ihrer" Mannschaft betreten. Milligan: "Wir wussten das nicht und hätten die Sachen abgenommen, wenn man uns aufgeklärt hätte. Wenn man mich nur als ,Bayern-Sau' bepöbelt hätte, wäre das ja noch okay gewesen."
Stattdessen habe es Nazi-Parolen gegeben, seine Freundin sei als "Nigger-Schlampe" bezeichnet worden, dem Paar sei zudem gedroht worden, "die erste Halbzeit nicht zu überleben". Ein herbeigerufener Ordner soll gesagt haben: "Verpiss dich hier, du Sau, geh zurück in den Busch." Milligan, ein bulliger Ex-Footballer, und seine Freundin verließen noch vor dem Anpfiff ihre Plätze. "Ich musste Ivonne beschützen, es wurde immer bedrohlicher", erklärt er.
Nach dem Abschluss der Ermittlungen durch den HSV will Milligan Strafanzeige stellen. "Ich möchte erreichen, dass diese Leute so etwas nie wieder tun können." HSV-Pressesprecher Jörn Wolf: "Wenn wir die Leute finden und sich alles so bestätigt, kriegen sie Stadionverbot."