Am Sonnabend gastiert der TBV Lemgo beim HSV. Aber welcher von beiden? Der TBV, der gerade Rekordmeister THW Kiel eine überraschende und empfindliche Niederlage beigebracht hat? Oder der andere TBV, der bei Aufsteiger Hannover-Burgdorf stolperte und sich im Pokal bei Zweitligist Bad Schwartau blamierte? Das fragt man sich nicht nur beim HSV, sondern auch beim TBV.
Lemgo ist die Wundertüte der Liga. Man weiß nie, was drin ist. Immer für Überraschungen gut. Mal Weltklasse, mal desolat. In schöner Regelmäßigkeit. Damit verwirren die Lipperländer nicht nur Konkurrenz und Öffentlichkeit, sondern auch sich selbst.
"Wir zeigen leider keine Konstanz2, bekennt TBV-Trainer Volker Mudrow, der zu oft an seiner ebenso talentierten wie launischen Truppe verzweifelt. "Wir holen leider nicht immer alles aus uns raus, überschätzen uns auch mal selbst."
Wie gut die namhafte Mannschaft um Nationalmannschaftskapitän Michael Kraus sein kann, hat sie jüngst beim 32:30 gegen Kiel gezeigt, mit dem der TBV sich selbst und auch dem HSV eine große Freude gemacht hat. "In Hamburg wollen wir zu einem großen Handball-Fest beitragen", sagt Mudrow. Der HSV ist gewarnt. "Wir wissen, wie gefährlich Lemgo ist", sagt Trainer Martin Schwalb. "Man muss immer damit rechnen, dass die einen Supertag erwischen."