Handball heißt die Sportart. Aber was Martin Schwalb derzeit besonders beschäftigt, ist ein Fuß. Genauer gesagt: der rechte Fuß von HSV-Torjäger Pascal Hens. Der schmerzt bei Belastung und schwillt an. Schlecht für die deutsche Nationalmannschaft, die auch ohne "Pommes" im gestrigen Spiel um Platz drei beim Supercup in Dortmund Russland mit 36:27 (18:11) besiegte. Schlecht, aber vor allem für den HSV, denn der Einsatz von Hens im Pokalspiel gegen TuSEM Essen am Mittwoch ist gefährdet.
Am Sonntag hatte sich Schwalb telefonisch bei seinem Schützling nach dessen Befinden erkundigt. "Er hat gesagt, dass sich das Sprunggelenk blöd anfühlt", berichtet Schwalb. Hens hat die Probleme seit der Vereins-EM in Slowenien vor einer Woche. "Wir wissen nicht, ob es für einen Einsatz im Pokal reicht", so der Coach.
Zumindest das DHB-Team konnte gegen Russland den Ausfall von Hens und drei weiteren Rückraumspielern verkraften und begeisterte die 7100 Zuschauer. Bundestrainer Heiner Brand strahlte.
Noch am Vortag - nach der verlorenen WM-Revanche gegen Polen (28:32) - hatte Brand vor Wut gekocht. Nicht wegen der Niederlage, sondern wegen der überharten Gangart des Gegners.
Trauriger Tiefpunkt: Zwei böse Fouls des Polen Pawel Orzlowski, der kurz hintereinander Holger Glandorf (blutende Platzwunde) und Markus Baur ins Gesicht schlug, wie die TV-Bilder bewiesen. Wenta, der während der Partie an der Seitenlinie herumgetobt war und aggressiv auf seine Spieler eingewirkt hatte, zweifelte die Fouls an, was Brand auf die Palme brachte: "Holger hat ja nicht geblutet, weil er sich beim Rasieren geschnitten hat!" In Richtung Wenta zürnte er: "So machst du dir keine Freunde."
Tore Deutschland: Kehrmann (8), Baur (6/5), Kraus (6), Glandorf, Preiß (je 4), Hermann, Jansen (je 3), Schröder, Christophersen (je 1)
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