Torgelow, ein 9500-Einwohner-Nest nahe Neubrandenburg. Hier will der HSV am Sonntag die zweite Pokalrunde erreichen – und trifft auf einen waschechten Hamburger. Kapitän Andreas Brück spielte für Sasel, den HSV II und Altona. Die MOPO sprach mit ihm.
Mopo: Was zieht einen Hamburger nach Torgelow?
Brück: Klingt in der Tat etwas merkwürdig. Ich war ja drei Jahre lang in Rostock, bin dann zu Altona 93 gewechselt. Da habe ich dann alle Gedanken an den Profi-Fußball verworfen. Ich habe weiter studiert, hatte letztes Jahr auch schon bei Altona verlängert. Und dann habe ich über Berater gehört, dass es die Möglichkeit gibt, noch mal zu wechseln.
Mopo: Warum Torgelow?
Brück: Weil mich das Gesamtpaket überzeugt hat. Ich arbeite nebenbei in der Eisengießerei, wir stellen Gussteile für erneuerbare Energien her. Ich bin Projekt-Manager für die bevorstehende USA-Expansion. Es war reizvoll, Job und Fußball unter einen Hut bringen zu können.
Mopo: Wie oft wird trainiert?
Brück: Wir trainieren sechsmal in der Woche. An zwei Tagen doppelt, dazu noch zwei weitere Einheiten.
Mopo: Welche Ambitionen hat der Verein?
Brück: Wir wollen eine gute Rolle in der Oberliga spielen. Das Augenmerk liegt aber nicht auf dem Aufstieg – zumal der Verein vorletzte Saison fast abgestiegen wäre.
MOPO: Nun spielen Sie als Hamburger gegen den HSV – mehr geht nicht, oder?
Brück: Das ist natürlich das tollste Los, zumal ich ja selbst zwei Jahre in der Zweiten des HSV gespielt habe. Und jetzt kommt der HSV mit seinen Topstars zu uns. Aber am meisten freue ich mich auf Collin Benjamin.
MOPO: Wie kommt das?
Brück: Wir haben zusammen in der Zweiten gespielt und er war mein Zimmerpartner. Ich werde versuchen, am Abend vor dem Spiel mal im HSV-Hotel vorbeizuschauen. Ich kann übrigens immer noch nicht fassen, wie laut Collin damals im Bett Musik gehört hat – und trotzdem eingeschlafen ist.
MOPO: Ihr Tipp fürs Spiel?
Brück: Normalerweise lässt der HSV hier nichts anbrennen, das ist uns klar. Aber wir wollen die Partie lange offen halten – und vielleicht nutzen wir ja die Chance, die wir eigentlich gar nicht haben.