Noch 17 Spiele bis zum Meistertitel? Nun ja, vor dem Rückrundenstart am Sonnabend (15.30 Uhr, LIVE-TICKER AUF MOPO.DE) gegen den SC Freiburg ist man beim HSV mit vollmundigen Ankündigungen vorsichtig. Zu oft haben die Hanseaten in den vergangenen Jahren in der Schlussphase der Saison alle Trophäen-Chancen verspielt, als dass sie ihren Fans das Ende von 23 titellosen Spielzeiten in Aussicht stellen würden.
"Wir sind Tabellenvierter und man möchte diesen Platz natürlich mindestens verteidigen", klingt dementsprechend bescheiden das Minimal-Ziel von Trainer Bruno Labbadia.
Nach der kürzesten Winterpause seit Jahrzehnten, in der sich der HSV im türkischen Belek auf die Rückserie vorbereitete, haben die Hamburger aber nicht nur die Bundesliga im Kopf. Denn in der Europa League winkt am 12. Mai ein Endspiel im eigenen Stadion.
Zunächst einmal aber soll gegen Freiburg der erste Bundesliga-"Dreier" im neuen Jahr geholt werden, wenn der HSV in Schlagdistanz zu den um vier Punkte entfernten Herbstmeister Bayer Leverkusen bleiben will. "Wir haben den Grundstock für eine hoffentlich erfolgreiche zweite Saisonhälfte gelegt", sagte Labbadia.
Allerdings ist die üppige Ausfall-Liste in der Winterpause kaum kleiner geworden. So fehlen gegen die Freiburger Zé Roberto, Bastian Reinhardt, Alex Silva, Paolo Guerrero, Romeo Castelen, Collin Benjamin (alle verletzt) und der gesperrte Jerome Boateng sowie die Afrika-Cup-Teilnehmer Guy Demel und Jonathan Pitroipa. Auch Eljero Elia wird definitiv nicht dabei sein. "Wir haben immer gesagt, dass wir kein Risiko eingehen werden. Eljero hat eine leichte Reizung im Knöchel, die Gefahr des Umknickens oder Wegrutschens auf diesem Geläuf ist uns zu groß", sagte der HSV-Coach.
Die Startelf gegen die Breisgauer stellt sich damit fast von selbst auf: Für Boateng wird David Rozehnal neben Joris Mathijsen in die Innenverteidigung rücken, rechts soll Tomas Rincón verteidigen, dessen Platz in der Mittelfeldzentrale Robert Tesche einnimmt. Labbadia lässt die Ausfälle aber nicht als Ausrede gelten und fordert nach dem "besten Start aller Zeiten" auch einen guten Auftakt in die Rückrunde. "Wir sind zuversichtlich, dass wir als Sieger vom Platz gehen", sagte der Coach.
Die auswärtsstarken Freiburger, die 13 ihrer 18 Punkte in der Fremde geholt haben, fürchten den Champions-League-Anwärter aber keineswegs. "Der HSV wird nur schwer dazu zu bewegen sein, uns Punkte zu überlassen", sagte SC-Trainer Robin Dutt. "Wir haben aber in der Vorrunde bewiesen, dass wir auswärts in der Lage sind, bei starken Gegnern zu punkten - und genau das ist auch unser Ziel in Hamburg."
(dpa)