Die unsportlichen Schlagzeilen beherrschen seit Sonntagabend das Thema HSV. Die MOPO hörte sich bei den Fanklubs um, wollte wissen, wie Guerreros Flaschenwurf und Rosts flapsiger Kommentar (u. a. "Ein guter Wurf - die New York Yankees hätten ihn sicherlich gern verpflichtet") bei den Anhängern ankamen.
Die "Bierfreunde Alstertal" attackieren die beiden auf ihrer Homepage in aller Schärfe. Vor allem Guerrero wurde verurteilt: "Wir fassen zusammen: Ein Spieler fehlt mehr als die Hälfte der Saison, spielt miserabel und fügt einem Fan eine Platzwunde am Kopf zu... Die Bierfreunde Alstertal bitten den verletzten Fan, Strafanzeige zu stellen." Und zum Keeper: "Tief enttäuscht sind wir von Frank Rost. Der solidarisierte sich nach dem brutalen Angriff mit dem Angreifer. Nach diesem Statement hat Rost seinen Kredit bei uns auf einen Schlag verspielt."
Gerd Prien (47), "Die Eichen": "So darf ein Profi nicht reagieren. Er muss eine Strafe kriegen. Ob das 80000 Euro sein müssen, sei dahingestellt. Ich weiß nicht, was der Strafenkatalog hergibt. Bei Rost war es wohl schwarzer Humor. Aber das sollte er in diesem Fall nicht in der Öffentlichkeit machen."
Stefan Schierholz (33), "Blue Angels Nienburg": "Paolos Reaktion ist unter aller Würde - auch wenn das Opfer selbst eine Schmerzgrenze überschritten hat. Ein Fan kriegt für so was Stadionverbot. Die hohe Geldstrafe halte ich für angemessen. Selbst 100000 sind für Guerrero doch ein Scheißdreck. Das Geld sollte denen zugute kommen, die er angegriffen hat: den Fans! Rosts Aussagen finde ich schlimm. Das gehört sich nicht, das auch noch ins Lächerliche zu ziehen."
Wolfgang Hafkus (62), "Die Göttlichen": "Also, ich finde diese ganze Diskussion schon sehr übertrieben. Wir haben doch schon alle mal Mist gemacht. Viel schlimmer wäre gewesen, wenn Guerrero den Fans den Stinkefinger gezeigt hätte. 80000 Euro Geldstrafe sind selbst für einen Millionär viel zu hoch. Rost hat durch seinen Kommentar seinen Frust rausgelassen. Man sollte nicht alles auf die Goldwaage legen."