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Die Boatengs & ihr Traum-Duell

Es herrschte reger SMS-Austausch im Hause Boateng. Kaum 20 Sekunden waren am Freitagabend nach der Ziehung des zweiten deutschen Gruppengegners vergangen, da meldete sich HSV-Star Jérôme (21) schon per Kurzmitteilung bei seinem Papa Prince (56). "Deutschland - Ghana!", stand dort zu lesen. "So, wie Du es Dir gewünscht hast", antwortete der Papa. Der kommende Sommer, er ist schon jetzt, 186 Tage vor dem WM-Start, gerettet.



Wenn alles gut läuft, dann wird Prince Boateng der erste Mann in der Geschichte des Fußballs sein, der zwei Söhne bei einem WM-Endturnier ins Rennen schickt - für unterschiedliche Nationen. Jérôme sollte seinen Platz im deutschen Aufgebot sicher haben. Sein Halbbruder Kevin (22) entschied im Sommer, künftig für Ghana, das Heimatland seines Vaters, zu spielen. Beim Afrika-Cup (ab 10. Januar) feiert der Profi des FC Portsmouth seinen Einstand bei den "Black Stars". Der Weg zur WM ist auch für ihn geebnet.



Papa Prince ist noch etwas vorsichtig. "Bis zur WM dauert es noch", sagt er. "Da kann noch so viel passieren." Doch natürlich fiebert er dem direkten Duell entgegen. "Und dann werde ich am 23. Juni in Johannesburg auf der Tribüne sitzen."



Der Mann, der Ghana vor 30 Jahren verließ, um nach Deutschland überzusiedeln, kann sein Glück kaum fassen. "Ich kann gar nicht sagen, wie stolz ich auf meine beiden Jungs bin", sagt er. "Zwei Söhne zu haben, die Teile dieser beiden Fußball-Nationen sind, das ist unglaublich", erzählt Prince Boateng.



Wem aber würde er beim direkten Vergleich die Daumen drücken? "Ich mache es wie früher", sagt er. "Jérôme und Kevin haben schon in der Jugend mit TeBe und Hertha gegeneinander gespielt. Ich war immer dafür, dass der Bessere gewinnen soll. Hauptsache, beide geben ihr Bestes und sind fair zueinander. Das soll auch diesmal so sein."



So oder so, die Boatengs freuen sich riesig. Dem großen Familientreffen am Kap steht nicht mehr viel im Wege. "Das wird etwas ganz Großes", weiß Jérôme. Ein Gewinner im Bruderduell steht schon jetzt fest. Er wird auf der Tribüne sitzen und vor Stolz platzen.

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Datum:  7.12.2009
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