Es ist der Trend unter den Fußballern und damit natürlich auch beim HSV. Wann immer sich das Team mit dem Mannschaftsbus auf Reisen zu Auswärtsspielen begibt, landen sofort die Karten auf dem Tisch. Es wird gepokert, nicht um neue Verträge, sondern nur zum Spaß. Mit dabei sind immer Mladen Petric, Dennis Aogo und Nigel de Jong. Bei der Everest Poker Soccer Challenge traten die drei HSV-Stars nun gegen ihre Fans an. Das Motto: Karten und Chips statt Bälle und Tore. Die MOPO war dabei und schaute den Zockern über die Schulter.
Montagabend, es ist 19 Uhr in der edlen Dannemann Lounge der HSH Nordbank Arena. Insgesamt 120 Poker- und HSV-Anhänger haben sich versammelt. An zwölf Tischen wird die Variante Texas Hold'em gespielt. Die ersten vier qualifizieren sich für das große Finale am 9. Dezember in Leverkusen. Dann können sie zusammen mit den HSV-Spielern (sind gesetzt) gegen die Bundesliga-Profis und deren Fans aus Hannover, Karlsruhe, Berlin, Leverkusen und Dortmund antreten. Der Finalsieger darf sich nicht nur als neuer Poker-Champ der Bundesliga bezeichnen, zusätzlich winken auch noch Tickets für das DFB-Pokal-Finale in Berlin.
"Das ist mein erstes großes Turnier, sonst spiele ich nur im Bus mit den Kollegen oder mal mit Freunden", gibt sich Petric vor dem Start noch zurückhaltend. Mit den ersten Karten in der Hand wird dann direkt das Pokerface aufgesetzt. Nur die Karten stimmen lange Zeit nicht. "Ich musste mich am Anfang sehr zurückhalten. Dann lief es ganz gut, sodass ich drei, vier Leute vom Tisch nehmen konnte", meint Petric. Nach 90 Minuten - das Feld hat sich schon auf die Hälfte reduziert - ist er noch dabei. Für Aogo und de Jong lief es weniger gut, sie sind bereits unter den Zuschauern. Das Petric-Aus folgt nach knapp zwei Stunden. Mit einem Full-House (drei Asse, zwei Könige) setzt er alles und verliert gegen vier Asse. "Ich habe schon damit gerechnet, dass es nicht reicht", zeigt sich der Kroate nicht verärgert. "Das war trotzdem ein lustiger Abend."
Künftig wird Petric aber lieber wieder im Bus zocken. "Da ist die Stimmung einfach lockerer und das Spiel nicht so ernst", meint er. Die Mitspieler zu ärgern, dürfte ebenfalls ein höherer Anreiz sein. Und überhaupt: Der beste "Spieler" wird er so oder so vorerst vor dem gegnerischen Tor bleiben.
Der Herr der Karten: Mladen Petric ist ein begnadeter Hobby-Zocker. Am Pokertisch sticht er seine Kollegen aus.